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"Schon 40 Euro mehr wären eine große Hilfe"

LEIPZIG (dür). Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) fordert von der Bundesregierung höhere Sozialhilfe-Regelsätze für chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung.

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"Für eine angemessene Berücksichtigung des krankheitsbedingten Mehrbedarfes für Ernährung, Körperhygiene, Praxisgebühren, Zuzahlungen und Fahrtkosten wären 40 Euro mehr eine große Hilfe", sagte Eugen Emmerling vom DAH-Bundesvorstand zum Auftakt der "Positiven Begegnungen und Konferenz zum Leben mit HIV und AIDS".

Die Konferenz findet noch bis Sonntag in Leipzig statt. "Etwa die Hälfte der 50 000 HIV-Infizierten in Deutschland kommt nach Hartz IV und der letzten Gesundheitsreform kaum oder gar nicht mehr über die Runden. Sie leben unterhalb der Armutsgrenze", so Emmerling.

Ein zweites wichtiges Anliegen der Menschen mit HIV und Aids ist die Möglichkeit zur individuellen Vorsorge. "Ob Berufsunfähigkeits-, Gesundheitszusatz- oder Lebensversicherungen, sie sind faktisch nicht möglich für Menschen mit einer HIV-Infektion oder anderen chronischen Krankheit", kritisierte Emmerling.

Die Deutsche Aids-Hilfe fordert ein Umdenken von Politik und Versicherungswirtschaft. Heute lebten Aidskranke und HIV-Infizierte aufgrund der medizinischen Fortschritte weitaus länger, viele seien berufstätig, ihre Zahl sei überschaubar, und die Risiken könnten kalkuliert werden, so die DAH. Es sei unwürdig, diese Menschen von einer Eigenvorsorge auszuschließen.

Thematisiert werden in Leipzig nicht nur soziale Probleme und Anliegen. Es geht auch um den Austausch unterschiedlicher Erfahrungen, die in den vergangenen 25 Jahren mehrere Generationen von HIV-Infizierten und an Aids erkrankten Menschen gemacht haben. Themen sind auch die Gestaltung von Partnerschaft zwischen HIV-positiven und gesunden Partnern, der Zugang zur gesundheitlichen Versorgung von Migranten, die Kommunikation mit Angehörigen, Trauerarbeit und selbstbestimmte Interessenvertretung.

90 Prozent der Teilnehmer sind HIV-positiv, zehn Prozent Angehörige, Partner und Freunde, 14 Prozent haben einen Migrationshintergrund, ein Viertel sind Frauen. Erstmals wendet sich die Konferenz auch an HIV-positive Jugendliche und versucht, Teilnehmer islamischer Kulturkreise einzubeziehen.

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