Osteoporose

Schulung unterstützt Therapie bei Osteoporose

KÖLN (djb). Osteoporose-Patienten haben ein um den Faktor 2,8 erhöhtes Frakturrisiko. Stürzen sie, steigt das Risiko nochmals um etwa das achtfache. Die Sturzgefahr läßt sich reduzieren, indem die Patientinnen ausreichend mit Vitamin D versorgt werden.

Veröffentlicht: 07.04.2006, 08:00 Uhr

Darauf hat Dr. Michael Pfeifer vom Institut für Klinische Osteologie in Bad Pyrmont hingewiesen. Der günstige Einfluß von Vitamin D auf die Sturz- und Frakturrate bei älteren Menschen ist bereits in mehreren randomisierten, kontrollierten Studien belegt worden. Das betonte Pfeifer auf einer vom Unternehmen MSD ausgerichteten Veranstaltung beim Osteologie-Kongreß in Köln.

So ergab eine auf fünf Studien basierende Metaanalyse mit über 1200 Studienteilnehmern: Die Therapie mit Vitamin D verminderte das Sturzrisiko um 22 Prozent. Auch die Bad-Pyrmont-Graz-Studie ergab ähnliche Ergebnisse, so Pfeifer. An der Studie nahmen über 70jährige Frauen mit einem verminderten 25-Hydroxy-Vitamin-D3-Spiegel im Serum (< 50 nmol/l) teil. Bei Behandlung mit Vitamin D und Kalzium traten signifikant weniger Stürze auf als wenn nur Kalzium eingenommen wurde.

In einer dänischen Studie wurden über 9600 Teilnehmer älter als 66 Jahre drei Jahre mit 400 IE Vitamin D3 und 1000 mg Kalzium täglich behandelt und/oder sie erhielten eine Schulung zum Gesundheitsverhalten und zur Sturzvermeidung.

Im Vergleich zu unbehandelten Kontrollpersonen war das relative Risiko für nichtvertebrale Frakturen bei den 5771 medikamentös behandelten Frauen um 22 Prozent geringer. Der beste Effekt zeigte sich bei den Patientinnen, die zusätzlich zu Vitamin D und Kalzium eine Schulung erhalten hatten: Das relative Frakturrisiko war um 27 Prozent reduziert.

Mittlerweile gibt es ein Kombipräparat für die einmal wöchentliche Osteoporose-Therapie (Fosavance® ). Das Mittel enthält 70 mg des antiresorptiv wirksamen Bisphosphonats Alendronat und 2800 IE Vitamin D. Das Präparat bereichere die Osteoporose-Therapie.

Hierbei würden zwei Therapiestrategien kombiniert, sagte Professor Johann Ringe aus Leverkusen. In einer randomisierten Multicenterstudie war mit dem Kombinationspräparat bereits nach 15 Wochen der Vitamin-D-Spiegel um 26 Prozent gestiegen, im Vergleich zu einer ausschließlichen Alendronat-Therapie.

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