Schweinegrippe-Impfstoff wird verbrannt

MAGDEBURG (dpa). Zwei Jahre nach der Schweinegrippe-Epidemie suchen die Länder eine Müllverbrennungsanlage für die Vernichtung der Impfstoff-Reste.

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Sie solle 196 Paletten mit 16 Millionen Impfdosen beseitigen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums von Sachsen-Anhalt, Holger Paech. Die für mehrere hundert Millionen Euro gekauften Impfstoffe müssen vernichtet werden, weil die WHO ihn damals nur für die Pandemie zugelassen hatte.

Auch läuft das Haltbarkeitsdatum ab, und normale Grippeimpfstoffe schützen heute ebenfalls gegen das H1N1-Virus. Sachsen-Anhalt hat die Suche nach dem Entsorger übernommen, da es derzeit den Vorsitz der zuständigen Arbeitsgruppe der Länder hat.

Im Vergleich zu den Anschaffungskosten sei die Vernichtung preisgünstig: Die Länder rechneten mit weniger als 10.000 Euro. 15 Tonnen sollen bei 1000 °C vernichtet werden.

Ausgelieferte Impfstoffe werden separat vernichtet

Bis September sollen nach Angaben des Ministeriums Angebote vorliegen, bis November dann die zentral gelagerten Impfdosen vernichtet sein. Neben den übriggebliebenen Paletten gibt es weitere Dosen, die bereits an Ärzte und Gesundheitsämter ausgeliefert waren und nicht genutzt wurden. Diese wurden oder werden dezentral vernichtet, erklärte das Ministerium weiter.

Die Länder bleiben auf immensen Kosten sitzen. Von den insgesamt 34 Millionen erworbenen Impfstoff-Dosen seien 28,7 Millionen übrig geblieben, hatte das Gesundheitsministerium in Niedersachsen, das damals den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz hatte, Ende 2010 mitgeteilt.

Auch das Ausland wollte keinen Impfstoff

Damit blieben die Länder auf Kosten von 239 Millionen Euro sitzen. Die Krankenkassen zahlten nur für Dosen, die auch genutzt wurden. Pläne, den Impfstoff Pandemrix ins Ausland zu verkaufen, waren gescheitert, weil es weltweit keinen Bedarf gab.

Die Länder hatten auch vergeblich versucht, dass der Bund einen Teil der Kosten übernimmt. "Leider hat sich der Bund nicht an den Kosten beteiligt", sagte Paech. Und dies, obwohl Kanzlerin Angelika Merkel (CDU) die Länder damals aufgefordert habe, für mindestens die Hälfte der Bevölkerung Impfstoffe zu beschaffen.

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