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Palästina

Schweinegrippe fordert drei Tote

In Palästina macht sich die Schweinegrippe bemerkbar: Drei Menschen sind gestorben, Hunderte sollen infiziert sein. Für den Gesundheitsminister ist das jedoch nichts Außergewöhnliches.

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Auf dem Weg nach Jerusalem: Im Westjordanland sind zahlreiche Menschen an der Schweinegrippe erkrankt.

Auf dem Weg nach Jerusalem: Im Westjordanland sind zahlreiche Menschen an der Schweinegrippe erkrankt.

© CHROMORANGE / imago

BETLEHEM. Im Westjordanland sind drei Menschen an den Folgen der Schweinegrippe gestorben. 45 weitere Menschen seien an einer Infektion mit dem pandemischen H1N1-Virus erkrankt, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur Ma‘an unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Nablus.

Die Betroffenen würden in Krankenhäusern behandelt. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO wurde informiert. In Israel wurden Medienberichten zufolge bislang keine H1N1-Infektionen bekannt.

Nach Angaben des palästinensischen Ministeriums sollen einige Hundert weitere Menschen vor allem im Westjordanland infiziert sein, allerdings ohne laborbestätigte Diagnosen. Auch in der Stadt Gaza im Gazastreifen soll es H1N1-Fälle geben.

Zuletzt war am Donnerstag eine 15-jährige Schwangere an den Folgen der Schweinegrippe gestorben. Zwei weitere bereits abwehrgeschwächte Patienten sind seit Sonntag gestorben.

Befürchtungen einer aufflammenden Epidemie wies der palästinensische Gesundheitsminister Hani Abdin zurück. "Wie haben jedes Jahr Fälle von Schweinegrippe", sagte Abdin am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Ramallah.

Tatsächlich erkranken seit dem ersten Auftreten des Virus‘ Anfang 2009 in Mexiko immer wieder Menschen an einer Infektion mit dem Stamm A(H1N1)pdm09.

In ihrem jüngsten Wochenbericht vom 7. Dezember berichtet die WHO von zahlreichen H1N1-Infektionen weltweit. Vor allem die tropischen und subtropischen Regionen in Afrika und Asien verzeichnen einen hohen H1N1-Anteil an den Influenzafällen.

Im tropischen Westafrika etwa sind drei von vier Influenzaerkrankungen H1N1-Infektionen. In Nordamerika und Europa hingegen tendiert der Anteil im einstelligen Prozentbereich.

Laut der Referenzdatenbank FluNet hat die WHO seit Anfang des Jahres weltweit rund 19.000 H1N1-Fälle registriert. Zahlenmäßig waren die USA, Mexiko und Indien mit den meisten Meldungen vertreten.

Auch in Deutschland ist das Schweinegrippevirus seit seinem ersten Auftreten regelmäßiger Influenzaauslöser, wenngleich auf sehr geringem Niveau.

Laut dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) waren in der Kalenderwoche von 79 eingesandten Proben immerhin acht vom pandemischen H1N1-Stamm (zehn Prozent).

In der letzten Saison 2011/2012 machten H1N1-Viren allerdings gerade einmal ein Prozent aller gemeldeten Influenza-Fälle aus. (nös)

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