Direkt zum Inhaltsbereich

Lungentumor

Schweizer Chirurgen retten Kind im Mutterleib

Schweizer Chirurgen haben bei einem Kind intrauterin einen Lungentumor verödet.

Veröffentlicht:

BERN/LAUSANNE. Zwei Chirurgen vom Inselspital Bern und dem Universitätsspital in Lausanne verödeten in einer intrauterinen Not-Operation einen Lungentumor und retten so den Fötus, teilt das Universitätsspital Bern mit.

Inselspital, 22. Februar 2016, 11.15 Uhr: Zwei Spezialisten für fetomaternale Medizin schauen ein letztes Mal auf das Ultraschallbild am Monitor. Dann startet der gewagte Eingriff am Ungeborenen: Ein gutartiger Lungentumor belastet das Herz des Kindes lebensgefährlich.

Ohne Eingriff wird der kleine Junge nicht überleben. Eine Entbindung oder ein Abwarten kommen in der prekären Situation nicht in Frage. Unter den außerordentlichen Umständen beraten sich der behandelnde Arzt und die Familie ausführlich. Dann der Entschluss:Gemeinsam mit seinem langjährigen Lausanner Kollegen operiert der Berner Arzt das Kind in utero.

Das Besondere: Bisher hatten Luigi Raio vom Inselspital und David Baud vom Centre Hospitalier Universitaire Vaudois vor allem eineiige Zwillinge im Uterus operiert, die durch die Plazenta unausgewogen untereinander Blut austauschen.

Dieses sogenannte "Zwillingstransfusionssyndrom" führt ohne Eingriff in den meisten Fällen zum Tod eines oder beider Kinder. Gelingt es jedoch, bestimmte Blutgefäße in der Plazenta mit einem Laser zu veröden, gleicht sich die Blutzufuhr der Babies wieder aus. Die Kinder haben eine gute Chance zu gedeihen und gesund zur Welt zu kommen.

Mit einer ähnlichen Technik operierten die beiden Chirurgen nun den Lungentumor. Diesmal aber fand die Operation mitten im Körper des Kindes statt, in unmittelbarer Nähe zum Herzen und der Aorta. Es muss daher noch präziser und mit ständigem Blick auf den Ultraschall gearbeitet werden.

Doch der Eingriff gelang: Der Lungentumor wurde von der Blutzufuhr abgeschnitten. In den Wochen danach wurde das absterbende Gewebe kleiner, das Herz des Kindes erholte sich wieder.

Am 13. April kam der Junge gesund zur Welt. Es war die erste Operation dieser Art in der Schweiz, heißt es in der Mitteilung des Universitätsspitals. Weltweit wurden 17 Fälle beschrieben mit unterschiedlichen Resultaten. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Effekte der Klimaerwärmung

Hitze plus Waldbrandrauch erhöhen kardiovaskuläre Mortalität

Das könnte Sie auch interessieren
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Schmerzen im Unterleib: HWI werden künftig nach Krankheitszeichen klassifiziert.

© Science Photo Library

Neuklassifikation

Unkomplizierte und komplizierte Harnwegsinfektion? Das war einmal!

Jemand richtet eine Lupe auf die Abbildung eines menschlichen Herzes.

© valiantsin suprunovich / Getty Images

Erkrankung des Herzmuskels

Magnetokardiographie zur Kardiomyopathie-Diagnostik?