Schwere Infekte durch neuen Keim in der Ostsee

BERLIN (eis). Ein tödlicher Keim bei Wundinfektionen ist neuerdings in heißen Sommern in der Ostsee zu finden, warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Vibrio vulnificus ist zwar selten, bei chronisch Kranken können aber Infekte rasch zu Sepsis führen.

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Anlaß für die Warnung des RKI sind schwere Vibrio-vulnificus-Infektionen bei zwei Patienten an der Universitätsklinik in Greifswald (Epidem Bull 13, 2004, 105).

Ein 50jähriger Mann war dort im August mit septischem Schock eingeliefert worden. Der Mann hatte sich ein Bein in der Autotür eingeklemmt und einen Tag später wegen stark geschwollener Wade mit dunklen blutgefüllten Blasen in der Haut in einem Kreiskrankenhaus vorgestellt.

Wegen schlechten Allgemeinzustands und chronischer Erkrankungen (Diabetes mellitus, KHK, Mitral- und Aortenklappenersatz mit Antikoagulation) war er nach Greifswald verlegt worden. Das Bein mußte amputiert und der Patient mehrere Wochen intensivmedizinisch behandelt werden.

Auch eine 62jährige chronisch kranke Frau war im August mit septischem Schock und Erysipel am Bein in die Uniklinik eingewiesen worden. Sie starb trotz Bein-Amputation und intensivmedizinischer Therapie an Multiorganversagen.

Bei beiden Patienten wurde V. vulnificus aus der Wunde isoliert. Beide waren vorher mit ihrer Wunde mit Ostseewasser in Kontakt gekommen. Und der Keim wurde anschließend aus Ostseewasser nahe Greifswald und Usedom isoliert.

"Bei Wundinfektionen sollten Ärzte nach Kontakt zu Ostseewasser fragen", rät das RKI. Bei Wassertemperaturen ab 20° C sei mit Vibrio vulnificus zu rechnen. Gefährdet sind vor allem chronisch Kranke wegen des geschwächten Immunsystems. Bei Verdacht auf die Infektion rät das Institut umgehend zu einer Antibiotika-Therapie (etwa mit Cephalosporinen der dritten Generation oder Gyrasehemmer und ein Tetrazyklin).

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