Ernährungsmedizin

Sekundäre Pflanzenstoffe wichtig fürs Wohlbefinden

MÜNCHEN(wst). Sekundäre Pflanzenstoffe tragen nichts zur Energiebilanz des menschlichen Körpers bei. Dennoch sind viele davon wichtig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Veröffentlicht: 28.07.2009, 05:00 Uhr

Während man sich vor wenigen Jahren noch kaum Gedanken um ihre Existenz machte, rücken sekundäre Pflanzenstoffe heute als kleine Geschwister der Vitamine zunehmend in den Blick von Medizinern und Ernährungswissenschaftlern.

Insgesamt sind heute über 30 000 sekundäre Pflanzenstoffe bekannt und nahezu täglich kommen neue - manchmal aber auch nur alte unter neuem Namen - hinzu, hat der Apotheker Dr. Mathias Schmidt aus Tussenhausen-Mattsies bei einer Fortbildungsveranstaltung des Unternehmens Orthomol in München berichtet. Die Funktionen sekundärer Pflanzenstoffe sind vielfältig für die Pflanzen, die sie produzieren und beherbergen: Beispielsweise dienen einige als Wachstumsregulatoren, andere als Farbgeber und wieder andere als Abwehrstoffe gegen Schädlingsbefall oder gegen UV-induzierte freie Radikale.

Beschränkt man sich auf Pflanzen, die für die humane Ernährung eine Bedeutung haben, kommen Menschen bei ihrer Ernährung mit 5 bis 10 000 meist durch phenolische Strukturen gekennzeichneten sekundären Pflanzenstoffen in Kontakt. Im Verlauf der Evolution hat unser Organismus nicht nur eine Toleranz gegen diese Substanzen entwickelt, sondern sogar einen Bedarf erworben. Sie werden zum Beispiel benötigt, verschiedene Stoffwechselvorgänge oder auch Immunreaktionen optimal anzuregen und zu steuern.

Hierfür fällt weniger ein einzelner sekundärer Pflanzenstoff ins Gewicht als vielmehr das synergistische Konzert eines mit viel frischem Obst, Gemüse und Gewürzen aufgenommenen Orchesters unterschiedlicher sekundärer Pflanzenstoffe. Auch zur gezielten Supplementierung - etwa im Falle einer unkorrigierbaren Fehlernährung oder wenn Erkrankungen unter Beteiligung des Immunsystems einen erhöhten Bedarf signalisieren - sind deshalb komplette Extrakte aus mehreren möglichst inhaltsstoffreichen Pflanzen der Gabe isolierter einzelner sekundärer Pflanzenstoffe vorzuziehen, betonte Schmidt.

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