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Selbsthilfegruppen stützen Betroffene sehr dabei, von ihrer Sucht loszukommen

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Suchtselbsthilfegruppen leisten vor allem zur langfristigen Bewältigung der Suchterkrankung einen großen Beitrag. Sie fördern auch die soziale und berufliche Integration. Etwa zehn Prozent der Gruppenteilnehmer erreichen ihre Abstinenz sogar ausschließlich durch das Gruppenangebot der Selbsthilfe, ergibt eine Befragung in Sachsen.

Bei der Vermittlung in Suchtselbsthilfegruppen sind neben Suchtberatungsstellen und der Empfehlung von Angehörigen Hausärzte, Allgemeinkrankenhäuser und Suchtfachkliniken am wichtigsten. Das zeigen Ergebnisse einer Befragung der Suchtselbsthilfegruppen in Sachsen durch die Landesstelle gegen Suchtgefahren und den Lehrstuhl Public Health der TU Dresden im Jahr 2005. Beteiligt hatten sich 190 von 376 sächsischen Suchtselbsthilfegruppen mit etwa 1900 Mitgliedern.

In den meisten Gruppen dominiert die Abhängigkeit von Alkohol (92 Prozent). Illegale Drogen, Medikamentenabhängigkeit, Eßstörungen und pathologisches Glücksspiel haben in den sächsischen Selbsthilfegruppen noch einen geringen Stellenwert. Gemessen am Hilfebedarf sind sie unterrepräsentiert, stellt die Landesstelle fest.

Die Selbsthilfegruppen für alkoholbezogene Störungen setzen sich zu 80 Prozent aus selbst betroffenen Personen und zu 20 Prozent aus Angehörigen zusammen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 50 Jahren. Der Anteil der unter 40jährigen beträgt 16,8 Prozent.

Die ungünstige Arbeitsmarktsituation spiegelt sich auch in den Sucht-selbsthilfegruppen wider. Zum Zeitpunkt der Befragung waren 37 Prozent der Teilnehmer arbeitslos. Im Bundesdurchschnitt sind 22 Prozent ohne Beschäftigung. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit verstärkter Anstrengungen zur beruflichen Reintegration suchtkranker Menschen, so die Landesstelle.

Etwa zehn Prozent der Teilnehmer nennen die Selbsthilfegruppe als die wesentliche Hilfe aus der Sucht. Die meisten nehmen jedoch vorher professionelle Hilfen in Anspruch. Stationären Entzug nennen 37,9 Prozent, stationäre Behandlung 30,6 Prozent, und 21,1 Prozent hatten eine ambulante Therapie hinter sich.

Die Befragung zeigte einen signifikanten Zusammenhang zwischen Abstinenzdauer und Gruppenzugehörigkeit: Mehr als 40 Prozent der Abstinenzler gehörten einer Selbsthilfegruppe länger als fünf Jahre an. Gerade für Alleinstehende und Arbeitslose stelle die Selbsthilfegruppe einen Weg aus der sozialen Isolation dar, so das Fazit der Erhebung. (dür)

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