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Sildenafil stärkt langfristig Potenz nach Prostata-Op

BERLIN (gvg). Nach einer nervenschonenden Prostata-Op kann eine Dauertherapie mit niedrig dosiertem Sildenafil die erektile Funktion langfristig bessern. Grund ist offenbar eine bessere Sauerstoffversorgung des Schwellkörpers.

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Daten zur Wirksamkeit dieses als "Kieler Konzept" bezeichneten Ansatzes wurden jetzt auf dem Deutschen Urologenkongress in Berlin vorgestellt. Insgesamt 41 Patienten, die nach einer nervenschonenden Prostata-Op noch nächtliche Spontan-Erektionen hatten, erhielten über anderthalb Jahre lang eine Dauertherapie mit täglich 25 mg Sildenafil (Viagra®) oder Placebo. Bei Bedarf konnten alle Patienten zusätzlich Sildenafil vor dem Koitus einnehmen.

In regelmäßigen Abständen wurde die erektile Funktion quantifiziert, und zwar mit dem Standardfragebogen IIEF, auf dem maximal 25 Punkte erreicht werden können. "Vor der Op hatten alle Patienten normale IIEF-Werte", sagte der Urologe Professor Klaus-Peter Jünemann aus Kiel. Unmittelbar nach dem Eingriff war der Punktwert bei allen Patienten erwartungsgemäß nahe Null.

Und nach etwa 24 Wochen Behandlung gingen die IIEF-Werte von Placebo- und Verum-Gruppe dann auseinander: Die Patienten, die regelmäßig Sildenafil eingenommen hatten, schnitten bei den IIEF-Fragebögen signifikant besser ab als jene in der Placebogruppe. Bei der letzten Erhebung 72 Wochen nach der Operation lag der mittlere IIEF-Wert im Verum-Arm bei knapp 20 Punkten, in der Kontrollgruppe dagegen bei nur etwa 13 Punkten.

92 Prozent der mit Sildenafil therapierten, aber nur 68 Prozent der Patienten mit Placebo berichteten über Spontan-Erektionen. Auch nutzte im Verum-Arm der Studie nur jeder dritte Patient zusätzlich zur Basistherapie das Medikament vor dem Geschlechtsverkehr, gegenüber mehr als jedem zweiten im Placebo-Arm.

"Es ist wahrscheinlich so, dass eine Dauertherapie die Sauerstoffversorgung des Schwellkörpers verbessert und damit einer Penis-Atrophie entgegen wirkt", sagte Jünemann auf einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung. Er empfiehlt deswegen eine mindestens dreimonatige Dauertherapie bei Patienten nach nervenschonender Prostata-Operation.

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