Ernährung

Sinn von Gen-Diäten "nicht bewiesen"

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MÜNCHEN. Auf Genanalysen beruhende individuelle Verzehrempfehlungen sind zurzeit in Mode, erinnert die TU München (TUM). Forscher der TUM haben daher systematisch 39 Fachartikel analysiert und resümieren: Es gibt keinen Beleg für den Einfluss genetischer Faktoren auf den Verzehr von Kalorien, Kohlenhydraten und Fett.

Die Sinnhaftigkeit von Gen-Diäten sei damit nach heutigem Kenntnisstand nicht bewiesen (Adv Nutrition 2018; 9(4):425ff).

"In allen Studien sind wir am häufigsten auf das FTO-Gen für Fettmasse und Fettleibigkeit und das Melanocortin-4-Rezeptor-Gen (MC4R) gestoßen. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang dieser beiden Gene mit der Gesamtenergieaufnahme", wird Studienautorin Dr. Christina Holzapfel in der Mitteilung zitiert.

Doch habe die Analyse kein einheitliches Bild erbracht: "Wir können lediglich in geringem Umfang einen Zusammenhang zwischen dem FTO-Gen und niedriger Energiezufuhr sowie dem MC4R-Gen und erhöhter Energiezufuhr ausmachen. Somit gibt es bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass bestimmte genetische Faktoren mit der Gesamtzufuhr von Kalorien, Kohlenhydraten und Fett vergesellschaftet sind."

Der momentane Wissensstand sei noch zu begrenzt, um aufgrund genetischer Informationen individuelle Ernährungsempfehlungen etwa fürs Gewichtsmanagement abzuleiten, erklärt die Wissenschaftlerin. Letzterem schließen sich auch Fachgesellschaften an.

Humanstudien mit einer detaillierten Phänotypisierung – beispielsweise aufgrund einer genetischen Vorabanalyse der Teilnehmer –, seien nötig, um die Wechselwirkungen zwischen genetischen Faktoren und Kostformen aufs Körpergewicht herauszufinden, heißt es in der Mitteilung. (eb)

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