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Tumorsupressorgen

So streuen Leukämien und Lymphome

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FREIBURG. Neue Forschungen zeigen im Tiermodell eine von der Gewebelokalisation abhängige Antwort von Tumoren auf eine Wiederherstellung des in menschlichen Tumoren häufig fehlerhaften Tumorsupressorgens PTEN (Nature 2014; 510: 402-406). Das kann als neuer Ansatzpunkt für Therapie und Prognose dieser Erkrankungen genutzt werden, teilt die Uniklinik Freiburg mit.

Das Forscherteam um Dr. Cornelius Miething, Klinik für Innere Medizin I des Universitätszentrums Freiburg, konnte anhand eines Mausmodells das PTEN-Gen zu jedem beliebigen Zeitpunkt an- oder ausschalten, indem sie dem Blut der Mäuse ein Antibiotikum (Doxycyclin) zufügen oder wieder entfernen.

Dies baut auf einer neuen Technologie auf, die einen kürzlich entdeckten zellulären Mechanismus, die sogenannte RNA Interferenz, nutzt. Wenn das Gen speziell in Blutzellen abgeschaltet wird, entwickeln die Mäuse ausgehend vom Thymus Leukämien oder Lymphome, die in viele andere Organe wie Milz, Leber, Nieren und Darm streuen.

Wird das PTEN-Gen bei den Tieren mit Leukämien wieder aktiviert, kann man eine stark reduzierte Infiltration des Tumors in den Darm, aber kaum einen Effekt in der Milz oder dem Knochenmark beobachten.

Ergänzende Forschungen zeigten, dass bei Patienten mit T-Zell-Leukämien mit inaktivem PTEN-Gen eine vermehrte Streuung zu beobachten und eine schlechtere Prognose zu erwarten ist.

Eine Ursache für die vermehrte Tumorstreuung scheint in einer verstärkten Reaktion der Krebszellen auf Gewebsfaktoren zu sein, welche die Zellbewegung über die Stimulation spezifischer molekularer Signale beeinflussen. Das PTEN Gen wiederum schwächt diese Signale und wirkt so einer Streuung entgegen.

"Unsere Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Tumorantwort auf eine Wiederherstellung der PTEN-Funktion nicht in allen Organen gleich ist, sondern beeinflusst wird von bestimmten Faktoren in der Tumorumgebung, was Implikationen für Prognose und Therapie dieser Erkrankungen hat", wird Miething in der Mitteilung zitiert. (eb)

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