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Somatoforme Schmerzen reagieren kaum auf Opioide

HEIDELBERG (ner). Bei Patienten mit Nichttumorschmerzen, die ungenügend auf Opioide ansprechen, kann eine somatoforme Störung des Schmerzempfindens vorliegen. Wird Betroffenen stationär das Opioid wieder entzogen, kann das zur signifikanten Besserung des Befindens beitragen.

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Gleichzeitig sollte eine multimodale Schmerztherapie erfolgen, so Dr. Cora M. Gärtner und Professor Marcus Schiltenwolf von der Orthopädischen Uniklinik in Heidelberg (Schmerz 18, 2004, 506).

    "Die Schmerzen sind grauenhaft!"
   

Gärtner und Schiltenwolf haben bei 21 Patienten mit Opioid-resistenten chronischen Schmerzen des Stütz- und Bewegungsapparates, meist Lumboischialgien, unter stationären Bedingungen die Opioid-Dosis allmählich reduziert. Meist konnte das Medikament nach mehreren Wochen ganz abgesetzt werden. Im Mittel hatten die Patienten seit einem Jahr Opioide eingenommen.

Ein strukturiertes klinisches Interview nach DSM-IV-Kriterien (SKID) durch eine Psychologin hatte zuvor bei den meisten Patienten eine somatoforme Schmerzstörung ergeben, ein Drittel hatte Angst- und Panikstörungen, insgesamt 62 Prozent der Patienten waren depressiv. Entgegen der Befürchtungen aller Schmerzpatienten kam es unter Opioidentzug zu einer signifikanten Besserung der Schmerzsymptomatik.

Auch die Stimmung hellte sich auf: der mit einem Score ermittelte Depressionswert nahm signifikant ab. Um Entzugssymptome zu vermeiden, war das Neuroleptikum Pipamperon verordnet worden. Zugleich absolvierten die Studienteilnehmer während ihres durchschnittlich 26tägigen Klinikaufenthalts ein täglich fünfstündiges Programm.

Dazu gehörten vier Stunden körperliche und eine Stunde psychische Therapien. Die Patienten machten Sport- und Physiotherapie, Körpererfahrungsschulung, Entspannungsverfahren, Gesprächstherapie und Schmerzbewältigungstraining.

Richtungsweisende Indikatoren für eine somatoforme Schmerzstörung sind nach Angaben von Gärtner und Schiltenwolf Schmerzbeschreibungen wie "scheußlich", "grauenhaft" oder "beängstigend" sowie eine auffällige Diskrepanz zwischen geringer affektiver Beteiligung und der Schmerzschilderung.

Häufig würden zusätzlich andere funktionelle Störungen angegeben wie Kloß- und Engegefühl, Bauchschmerzen oder Ohrensausen. Das wichtigste diagnostische Verfahren zum Nachweis der somatoformen Schmerzstörung sei die biographische Anamnese mit Exploration der Kindheitsentwicklung und Jugend.

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