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Spektrum der Arzneien gegen Myelom erweitert

BERLIN (grue). Für Patienten mit Multiplem Myelom gibt es neue Medikamente, mit denen hohe Remissionsraten erzielt werden. Möglicherweise eignen sie sich auch als Alternative zur Stammzelltransplantation. Das gilt für jüngere Patienten, wenn die Substanzen in der Primärtherapie angewandt werden. Bisher wird diese Alternative aber nur in Studien geprüft.

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Besonders mit dem Proteasom-Hemmer Bortezomib gibt es - wie berichtet - gute Ergebnisse aus Studien, in denen der Wirkstoff bei fehlgeschlagener Vortherapie geprüft worden ist. Zur Behandlung solcher Patienten ist das Krebs-Medikament deshalb bereits zugelassen.

Für die nun zu prüfende Primärtherapie bieten sich außer Bortezomib noch zwei weitere Krebsmittel an: Und zwar Thalidomid (bisher bei Krebs nur in den USA zugelassen, und zwar beim myelodysplastischen Syndrom, MDS) sowie sein Analogon Lenalidomid, für das eine EU-Zulassung bei MDS ansteht. Beide Substanzen sind auch bei therapierefraktärem Multiplem Myelom wirksam.

"Deshalb werden nun alle drei Kandidaten in der Primärtherapie geprüft, zum Beispiel bei jüngeren Patienten vor einer geplanten Stammzelltransplantation", hat Professor Lothar Kanz von der Universität Tübingen bei der Fortbildungsveranstaltung "Onko Update 2006" in Berlin berichtet.

Die ersten Ergebnisse sind ermutigend. In Kombination mit Dexamethason würden hämatologische Ansprechraten von bis zu 90 Prozent erzielt, so Kanz. Bis zu 40 Prozent der Patienten erreichten eine vollständige oder nahezu vollständige Remission. "Das gelang bisher allenfalls durch Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation", so Kanz.

Er vermutet, daß sich Bortezomib und Lenalidomid in der Myelomtherapie durchsetzen werden und das weniger gut verträgliche Thalidomid verdrängen. Unklar sei, ob sich die neuen Substanzen für eine Langzeittherapie zur Verhinderung von Rückfällen eignen.

"Wir wissen noch wenig über die langfristigen und die unerwünschten Wirkungen einer solchen Therapie", sagte Kanz. Deshalb könne auch eine Erhaltungstherapie außerhalb von Studien noch nicht empfohlen werden.

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