Direkt zum Inhaltsbereich

Spezialisten raten Kollegen: Ran an den Hals, den Patienten zuliebe!

GRÜNWALD (sto). Bei jeder Gesundheitsuntersuchung sollte auch die Schilddrüse palpiert werden, empfehlen Spezialisten. Der Grund: Jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat krankhafte Veränderungen der Schilddrüse; jeder vierte hat Knoten in der Schilddrüse.

Veröffentlicht:

Die Palpation ist eine einfache und kostengünstige Untersuchungsmethode. Daran erinnerte Professor Petra-Maria Schumm-Draeger vom Städtischen Klinikum München-Bogenhausen zur Schilddrüsenwoche Papillon 2006, die im April stattfand. Durch die Tastuntersuchung, die von vorne oder von hinten bei stehenden oder sitzenden Patienten erfolgt, können Knoten mit einem Durchmesser von mehr als einem Zentimeter getastet werden.

Bei einem auffälligen Befund seien eine Sonographie und gegebenenfalls eine Prüfung der Schilddrüsenfunktion durch Bestimmung des TSH-Spiegels indiziert, sagte Schumm-Draeger bei den Grünwalder Gesprächen, die von Sanofi-Aventis (Henning) unterstützt wurden. Ziel sei es, Struma-Patienten möglichst früh zu erkennen, damit Operationen vermieden werden.

Um zu erfahren, inwieweit die Möglichkeiten einer medikamentösen Therapie bei Patienten mit gesicherter Struma diffusa und nodosa tatsächlich ausgeschöpft werden, fand vor zwei Jahren bei mehr als 3000 Hausärzten eine epidemiologische Untersuchung (Papillon 3) statt.

Wie berichtet, ergab die Untersuchung, daß nur 28 Prozent der Patienten mit der empfohlenen Kombination aus L-Thyroxin und Jod behandelt wurden, berichtete Schumm-Draeger. 62 Prozent erhielten lediglich L-Thyroxin als Monotherapie.

Von den Patienten, die eine L-Thyroxin-haltige Therapie erhielten, lagen nur 41 Prozent im empfohlenen niedrig normalen TSH-Zielbereich zwischen 0,3 und 1,2 mU/l, sagte die Endokrinologin. Bei fast einem Viertel der Patienten lag der TSH-Wert im pathologischen Bereich: 18 Prozent hatten einen TSH-Wert von unter 0,3 mU/l.

Bei solchen Patienten sei die L-Thyroxin-Dosierung zu hoch gewählt, oder es wurde eine klinisch relevante Schilddrüsenautonomie übersehen, erläuterte Schumm-Draeger. 5,4 Prozent der Patienten hatten einen TSH-Wert oberhalb von 4 mU/l. Damit hatten sie trotz einer Schilddrüsen-Hormontherapie eine subklinische Hypothyreose.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Risiko einschätzen und Lebensstil ändern

Diabetes und Vorhofflimmern: Das hilft gegen die gefährliche Kombi

Kasuistik

Der Fall eines Patienten mit MODY-Diabetes nach längerer Remission

Lesetipps
Ein Dermatologe mit blauen Handschuhen untersucht im Rahmen einer Hautkrebsvorsorgeuntersuchung die durch einen Kreis als auffällig markierten Muttermale auf dem Rücken eines Mannes.

© kinomaster / stock.adobe.com

Frage an die Ethiker

Darf der Intimbereich beim Hautkrebs-Screening ausgelassen werden?