Erkältungs-Krankheiten

Spray schützt vor Erkältungen und lindert Symptome

FRANKFURT AM MAIN (ner). Mit einem gesprühten Mikro-Gel ist erstmals eine kausale Therapie gegen Erkältungsviren verfügbar, haben HNO-Ärzte und Infektiologen berichtet. Die Wirksamkeit des Sprays zur Prophylaxe und Therapie wurde in Studien belegt.

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Das Präparat ist jetzt als Wick Erste Abwehr® rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Hauptkomponente ist ein Zellulose-Gel, welches Erkältungsviren (wie Rhinoviren, Echo-Viren, Coronaviren) einkapselt und den Kontakt zur Nasenschleimhaut verhindert (wir berichteten).

Säuren in dem Spray reduzieren kurzzeitig den pH-Wert im Nasopharynx auf etwa 4,0 und schaffen damit ein Milieu, in dem die Viren nicht überleben können. Zudem stimuliert das Mittel einige Minuten die Nasensekretion, was ausreiche, um Viren sowie Entzündungsmediatoren auszuspülen, hat Professor Wolfgang Gstöttner bei einer Pressekonferenz von Procter & Gamble in Frankfurt/Main berichtet.

Nach dem Ergebnis von vier randomisierten doppelblinden und Placebo-kontrollierten Studien lassen sich mit dem Spray Erkältungen vorbeugen und Symptome sowie die Krankheitsdauer verringern, wie Professor Claus Bachert aus Gent in Belgien in Frankfurt berichtet hat.

In zwei Studien zu dem Mittel waren 140 Freiwillige mit einer definierten Menge Rhinoviren infiziert und dann viermal täglich mit dem Spray oder mit Placebo behandelt worden, sagte Bachert. Dabei sei die Erkältungsrate in der Verumgruppe im Vergleich zu Placebo um etwa ein Fünftel niedriger gewesen. Ebenso lag der maximale Schweregrad der Erkältungen - gemessen mit einem Symptomen-Score - in der Verumgruppe um 40 Prozent unter Placebo-Gruppen-Niveau.

In zwei weiteren Studien haben die fast 600 Teilnehmer bei ersten Anzeichen einer Erkältung das Spray angewendet. Auch hier seien mit dem Spray ein Teil der Erkältungen ganz vermieden worden, wie ein Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung ergeben habe. Die Erkrankungen seien milder verlaufen und die Erkrankungsdauer sei signifikant um zwei bis drei Tage verkürzt worden, etwa von neun auf sechs Tage.

In Deutschland gehe man in diesem Jahr von 200 Millionen Erkältungen aus, was mit einer hohen volkswirtschaftlichen Belastung einhergehe, sagte Professor Stefan Zielen aus Frankfurt am Main. Etwa zehn Prozent der gesamten Arzneimittelausgaben entfallen nach seinen Angaben auf Erkältungsmittel.

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