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Substitution trotz normaler Testosteron-Werte

NEU-ISENBURG (eb). Der Testosteron-Wert ist nicht das allein entscheidende Kriterium für eine Hormonsubstitution. Haben ältere Männer Hypogonadismus-Symptome, kann auch eine Therapie bei normalen Testosteron-Werten hilfreich sein.

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So können Hypogonadismus-Symptome wie Leistungsabfall und Libidoverlust bereits bei Testosteron-Serumwerten von 15 nmol/l auftreten, hat der Urologe Professor Eberhard Nieschlag aus Münster in einem Interview mit der "Ärzte Zeitung" berichtet.

Nach Empfehlungen eines internationalen Konsensuspapiers wird bislang eine Therapie bei symptomatischen Männern dann erwogen, wenn die Werte unter 12 nmol/l liegen und generell empfohlen, wenn sie 8 nmol/l unterschreiten. "Wir müssen uns jedoch von den starren Normgrenzen lösen und Patienten mit hohem Leidensdruck gegebenenfalls etwas früher als bisher behandeln, also bei relativ hohen Testosteronwerten," sagte Nieschlag.

Grundsätzlich müssen jedoch vor jeder Testosteron-Substitution andere Ursachen für die Symptome ausgeschlossen werden. Bei Altershypogonadismus handle es sich um eine reine Ausschlussdiagnose, so Nieschlag. Und: "Tritt trotz Substitution keine Besserung ein, ist dies auch ein Grund, das Medikament abzusetzen."

Ist die Therapie erfolgreich, so könne man nach einem halben Jahr einen Auslassversuch wagen. Denn bei einem Teil der Männer komme inzwischen die körpereigene Hormonproduktion wieder besser in Gang.

Lesen Sie dazu auch: Testosteron nicht tabu nach Prostata-Op

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