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Süße Helfer gegen Bluthochdruck

Ist der Blutdruck leicht erhöht, kann ein täglicher kleiner Snack anscheinend helfen. Ein Schokoriegel darf es aber nicht sein - besser sind eine Handvoll Rosinen.

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Rosinen täglich: helfen gegen leichte Hypertonie.

Rosinen täglich: helfen gegen leichte Hypertonie.

© Marco Mayer / fotolia.com

CHICAGO (ob). Schon bisher ging das Gerücht um, dass Rosinen den Blutdruck günstig beeinflussen können.

Bei ihrer Literatursuche nach wissenschaftlichen Belegen für diese vermeintliche gesundheitsfördernde Wirkung ist eine US-Forschergruppe um Dr. Harold Bays aus Louisville allerdings nicht wirklich fündig geworden.

Deshalb ist das Team der Sache in einer eigenen randomisierten kontrollierten Studie auf den Grund gegangen. Was dabei herausgekommen ist, erfuhren Kardiologen auf dem Kongress des American College of Cardiology (ACC) in Chicago.

Für die Studie sind 46 Männer und Frauen mit leicht erhöhten ("prähypertonen") Blutdruckwerten ausgewählt und zwei Gruppen zugeteilt worden.

Der Hälfte der Probanden wurde auferlegt, zwölf Wochen lang dreimal täglich eine Portion Rosinen zu futtern.

Vollgepackt mit Kalium

Die andere Hälfte sollte stattdessen kommerziell verfügbare Snacks (etwa Cracker oder Cookies) ohne Fruchtbestandteile, aber von gleichem Kaloriengehalt, verputzen.

In der "Rosinengruppe" stellten die Untersucher nach vier, acht und zwölf Wochen eine signifikante Abnahme der systolischen Blutdruckwerte um 6,0 bis 10,2 mmHg fest.

Die Messungen der diastolischen Werten ergaben Reduktionen um 2,4 bis 5,2 mmHg. Die in der Kontrollgruppe konsumierten Snacks hatten - wenig überraschend - keinen Effekt auf den Blutdruck.

Welche Ingredienzien der getrockneten Trauben könnten die beobachtete Wirkung hervorgerufen, haben? Bays erinnerte daran, dass Rosinen "vollgepackt mit Kalium" seien, das zur Blutdrucksenkung beitrage.

Günstige Effekte auf die Gefäßfunktion seien möglicherweise auch durch den Gehalt an Polyphenolen, Tanninen und Antioxidantien zu erklären.

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Kommentare
Dr. Johannes Scholl 30.03.201207:57 Uhr

Marketing-Gag der kalifornischen Rosinen-Produzenten

Diese Studie würde natürlich auch mit Äpfeln, Orangen oder anderen Obstsorten funktionieren, dazu gibt es ja schon etliche, kontrollierte, randomisierte Studien (DASH-Studie z.B.), in denen sich die Steigerung des Verzehrs kaliumreicher (und bezüglich Milchprodukten auch calciumreicher) Lebensmittel Blutdruck senkend auswirkte.
Bei den Rosinen sollte man die glykämische Last bedenken, die sich langfristig bei Insulin resistenten Patienten ungünstig auf das Diabetes- und acuh Herzinfarktrisiko auswirken wird.
Man kann das Kalium auch ohne so viel Glucose zuführen, aber dann hätten die Lobbyisten natürlich nicht ihre Schlagzeilen bekommen.
Ich empfehle, dass die Ärztezeitung auf bestehende Interessenkonflikte hinweist: "This study was funded by the California Raisin Marketing Board through a grant to L-MARC Research Center."
Also wieder einmal mehr Marketing als Wissenschaft...

Dr.. med. Johannes Scholl
1. Vorsitzender der Deutschen Akademie für Präventvmedizin
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