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Systemische Pilzinfektionen sind häufiger als bisher vermutet

BREMEN (grue). Systemische Pilzinfektionen sind lebensbedrohlich. Mykose-Patienten mit schwerer Sepsis oder septischem Schock sollten daher unverzüglich mit einem modernen Antimykotikum behandelt werden. Wird rechtzeitig behandelt, sterben weniger als zehn Prozent der Patienten.

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Zwischen Erregernachweis und Therapiebeginn sollten nicht mehr als zwölf Stunden liegen, sagte Professor Eckard Müller vom Knappschaftskrankenhaus Bochum auf einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Bremen.

Dann beträgt für Patienten mit invasiver Candidose die Gefahr, an der Mykose zu sterben, nur etwa 10 Prozent gegenüber 30 bis 50 Prozent bei späterem Therapiebeginn. Oft werden Patienten mit systemischen Mykosen aber initial falsch und zu spät behandelt, so das Ergebnis einer Studie.

Vermutlich werde ihre Häufigkeit auf Intensivstationen unterschätzt, sagte Müller. Eine epidemiologische Studie vom Kompetenznetz Sepsis habe ergeben, daß in Deutschland immerhin 17 Prozent der Patienten mit schwerer Sepsis oder septischem Schock eine invasive Pilzinfektion haben. "Bei ihnen sind die ersten drei Tage entscheidend für die weitere Prognose".

Zumindest in dieser Zeit sollten die Patienten ein modernes Antimykotikum wie Caspofungin (Cancidas®) erhalten, weil es besser verträglich sei als das frühere Standardpräparat Amphotericin B, sagte Müller.

Um Kosten zu sparen, könne bei gesichertem Nachweis von Candida albicans ab dem vierten Tag auf Fluconazol umgestellt werden, wenn die Patienten hämodynamisch stabil sind und keine Neutropenie haben. Die Patienten sollten aber mindestens bis zu zwei Wochen nach dem letzten Erregernachweis behandelt werden, sagte der Intensivmediziner.

Invasive Candida-Infekte entwickeln sich etwa bei Patienten mit zentralem Venenkatheter, der bei einer nachgewiesenen Infektion zusammen mit weiteren implantierten Plastikteilen gewechselt werden muß. "Candida-Pilze sind die dritthäufigsten Sepsiserreger auf Intensivstationen", so Müller.

"Dabei nimmt aber der Anteil von Candida albicans immer weiter ab". Caspofungin wirke aber auch gegen andere Candidas-Arten einschließlich Fluconazol-resistenter Stämme. Das Medikament könne daher auch zur empirischen antimykotischen Therapie bei erwachsenen Patienten mit Fieber und Neutropenie angewendet werden.

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