Direkt zum Inhaltsbereich

TB schleppen vor allem Reisende aus Osteuropa ein

Veröffentlicht:

BERLIN (eis). Tuberkulose-Erreger breiten sich in vielen Ländern Afrikas und Asiens wieder zunehmend aus. Erkranken Migranten oder Reisende aus Hochendemieländern an chronisch konsumierenden Krankheiten, sollte daher immer auch an TB gedacht werden.

Ein TB-Erreger (rot) wird von einem Makrophagen attackiert (grün).

Ein TB-Erreger (rot) wird von einem Makrophagen attackiert (grün).

© Foto: MPI für Infektionsbiologie, Volker Brinkmann

Etwa 7000 TB-Erkrankungen gab es in Deutschland im vergangenen Jahr, die Zahl der registrierten Patienten geht bei uns seit Jahren zurück. Jeder zweite TB-Patient in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Daran hat Privatdozent August Stich aus Würzburg erinnert. Die meisten von ihnen stammen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, so der Chefarzt von der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg. Dort sind die Erreger aber bereits in erheblichem Maße gegen die Standardmedikamente resistent.

Eine Tuberkulose nach einer Reise kommt dabei relativ selten vor, sagte Stich beim 9. Forum Reisen und Gesundheit in Berlin. In einer französischen Studie mit 622 Rückreisenden aus Endemieländern waren 2,7 Prozent mit TB infiziert. Der große Anteil - nämlich 2,4 Prozent - waren Migranten, die Verwandte und Freunde in der Heimat besucht hatten. Nur 0,3 Prozent der Infizierten seien Touristen gewesen.

Stich empfiehlt Hausärzten, bei Migranten und Reiserückkehrern an TB zu denken, wenn sie Symptome einer chronisch konsumierenden Krankheit haben wie Gewichtsverlust und subfebrile Temperaturen. Er erinnerte daran, dass sich bei etwa jedem fünften TB-Patienten die Krankheit extrapulmonal manifestiert, etwa als Lymphadenitis oder auch als Knochen-TB.

Die Prognose der Patienten in Deutschland ist relativ gut. Auch bei multiresistenten Erregern lassen sich mit Reserveantibiotika gute Erfolge erzielen. Es sei jedoch oft schwierig, infektiöse Patienten zu isolieren. Problematisch sei auch, die Therapie von mindestens sechs Monaten Dauer sicherzustellen, da die Arzneien zum Teil erhebliche unerwünschte Wirkungen haben.

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps