Therapie bei Schilddrüsen-Ca jetzt einfacher

MÜNCHEN (wst). Rekombinantes humanes (rh) TSH erleichtert Patienten nach einer Operation wegen eines papillären oder follikulären Schilddrüsen-Ca die Zeit bis zur Radiojod-Therapie und vor den Nachsorge-Szintigraphien. Außerdem läßt sich mit rhTSH auch die Wartezeit zwischen operativer und radiologischer Therapie verkürzen.

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Patienten mit differenzierten Schilddrüsenkarzinomen haben Langzeitüberlebensraten von über 90 Prozent. Daran erinnerte Privatdozent Markus Luster von der Universität Würzburg beim 4. Münchener Schilddrüsen-Symposium. Um diese gute Prognose zu sichern, sind nach Thyreoidektomie und anschließender Radioablation regelmäßige Nachsorge-Untersuchungen zur Früherkennung von lokalen Rezidiven und Metastasen unverzichtbar.

    L-Thyroxin muß nicht mehr ausgesetzt werden.
   

Wichtig dabei sind Szintigraphie und Thyreoglobulin-Bestimmung. Für eine bestmögliche Aussagekraft beider Verfahren ist ein hohes TSH von über 30 mU/l erforderlich. Um das zu erreichen, mußten Patienten früher für mehrere Wochen mit der L-Thyroxin-Substitution aussetzen.

Dadurch hätten Patienten vorübergehend eine ausgeprägte Hypothyreose bekommen, so Luster auf der von Merck Pharma unterstützten Veranstaltung. Mit rhTSH ist das nicht mehr nötig. Zwei intramuskuläre Injektionen im Abstand von 24 Stunden sorgen für die nötigen hohen TSH-Spiegel, ohne daß die Patienten auf L-Thyroxin verzichten müssen.

Außerdem können Patienten nun direkt nach der Thyreoidektomie und noch vor der Radiojod-Therapie mit der L-Thyroxin-Substitution beginnen. Sie erhalten vor der geplanten Radiojod-Therapie zweimal im Abstand von 24 Stunden rhTSH (Thyrogen®) i.m. injiziert. Damit wird die Zeitspanne zwischen Op und Radiojod-Therapie verringert.

Bisher mußten Patienten zwischen Op und Radiojod-Therapie vier bis sechs Wochen warten, bis die TSH-Spiegel hoch genug waren. An der Medizinischen Hochschule Hannover etwa hat man mit Hilfe von rhTSH diese Wartezeit auf zehn Tage verkürzen können.

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