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Therapie gegen Depressions-Rezidiv

GRÜNWALD (wst). Bei Patienten, die häufig Rezidive einer Depression bekommen, kann das Rückfallrisiko durch eine langfristige Erhaltungstherapie mit Venlafaxin reduziert werden. Darauf deuten Zweijahresdaten einer Placebo-kontrollierten Studie.

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Daten der PREVENT*-Studie hat der Psychiater Professor Eckart Rüther aus Göttingen jetzt vorgestellt. Teilnehmer waren depressive Erwachsene, die in den vergangenen fünf Jahren zwei oder mehr Krankheitsepsioden hatten. Sie wurden während einer erneuten Episode in die Studie aufgenommen. Hauptziel der Studie war aber nicht der Akuterfolg, sondern die langfristige Stabilisierung, so Rüther bei einer vom Unternehmen Wyeth unterstützten Veranstaltung in Grünwald bei München.

Die Patienten erhielten zunächst eine zehnwöchige Akuttherapie und dann eine sechsmonatige Erhaltungstherapie mit täglich 75 bis 300 mg Venlafaxin (Trevilor® retard). Insgesamt 258 Patienten, die nach dieser Zeit in Remission waren, wurden nun in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Für zunächst ein Jahr erhielten 129 Patienten doppelblind weiterhin täglich Venlafaxin und die anderen 129 Patienten Placebo.

Das Ergebnis: Nach einem Jahr hatten 42 Prozent der Patienten mit Placebo einen Rückfall, jedoch nur 23 Prozent der mit Venlafaxin behandelten Teilnehmer. Der Unterschied war signifikant. Die 83 Patienten, die nach einem Jahr noch ohne Rezidiv waren, wurden nun erneut in zwei Gruppen aufgeteilt: Bei 43 Patienten wurde die Venlafaxin-Erhaltungstherapie für ein weiteres Jahr unverändert fortgesetzt und 40 Patienten bekamen ab jetzt nur noch Placebo. Im Verlauf dieses zweiten Studienjahres erlitten in der Placebo-Gruppe 45 Prozent einen Rückfall, dagegen waren es mit fortgesetzter Venlafaxin-Behandlung nur acht Prozent.

* Prevention of Recurrent Episodes of Depressions with Venlafaxin XR für Two Years



STICHWORT

Langzeittherapie bei Depressionen

In den meisten Leitlinien wird eine Langzeittherapie von mehr als sechs Monaten mit Antidepressiva empfohlen, wenn bei den Patienten bisher zwei oder mehr mittelschwere bis schwere depressive Episoden aufgetreten sind. Eine Langzeittherapie ist um so dringlicher, je gravierender und anhaltender die vorangegangenen Episoden waren und vor allem, wenn bei den Patienten suizidale Tendenzen bekannt sind. (wst)

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