Therapie vor Op verhindert Rezidive des Rektum-Ca

BERLIN (gvg). Beim Rektumkarzinom kann eine präoperative Radiotherapie mit oder ohne Chemotherapie eher als die Behandlung nach der Op Lokalrezidive verhindern. Eine Kurzzeitbestrahlung trägt wirksam dazu bei, die Sphinkterfunktion zu erhalten.

Veröffentlicht:

Die Deutsche Rektumkarzinom-Studie hat ergeben, daß die präoperative - also neoadjuvante - Behandlung der postoperativen (adjuvanten) Therapie beim Rektumkarzinom überlegen ist. Das hat Privatdozent Claus Roedel von der Universität Erlangen auf dem Deutschen Krebskongreß in Berlin gesagt.

Werde vor der Op therapiert, komme es innerhalb von fünf Jahren bei etwa sechs Prozent der Patienten zu Lokalrezidiven. Werde erst nach der Op behandelt, seien es doppelt so viele (NEJM 351, 2004, 1731).

Das Vorziehen der Radio(chemo)therapie auch bei primär operablen Patienten hat für die Patienten den Vorteil einer geringeren Langzeittoxizität, wie Rodel betonte. Umstritten sei allerdings noch die Art der präoperativen Therapie. In Frage kommen Lang- oder Kurzzeitbestrahlungen mit oder ohne Chemotherapie.

Gute Erfahrungen seien mit einem reinen Bestrahlungsschema gemacht worden, bei der kurzzeitig die Tumorregion vor der Op mit fünfmal fünf Gray bestrahlt werde. Die Rate von Lokalrezidiven bei Patienten mit einem Tumor im TNM-Stadium II oder III sei hier mit elf Prozent geringer als bei der Alternative - einer Langzeittherapie mit höherer Dosierung plus Chemotherapie.

In diesem Stadium können andere Organe vom Tumor infiltriert sein und sich Metastasen in mindestens vier regionären Lymphknoten befinden. Auch seien in einer kürzlich vorgestellten Studie mit der Kurzzeittherapie etwas häufiger sphinktererhaltende Operationen möglich gewesen, so Roedel auf der von Novartis unterstützten Veranstaltung.

Eine Langzeitbestrahlung plus Chemotherapie sieht Roedel dann indiziert, wenn es darum geht, den Tumor zunächst zu verkleinern, um eine Op zu ermöglichen. Auch wenn bei Tumoren im unteren Rektumdrittel eine sphinktererhaltende Op das angestrebte Ziel sei, würde er diese Strategie wählen.

Mehr zum Thema

Assistierte Reproduktion

Embryotransfer erhöht womöglich Leukämierisiko der Kinder

Bundesinstitut für Prävention und Aufklärung in der Medizin

Pläne für Aufbau der Gesundheitsoberbehörde BIPAM konkretisiert

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

32. Jahreskongress der SGAM

Empfehlungen zur Vitamin-D-Substitution: Neue Leitlinie angekündigt

Häufig muskuloskeletale Ursache

Kinder mit Brustschmerz: Das Herz ist es nur selten

Lesetipps