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Tiefe Hirnstimulation dreht Symptomatik um Jahre zurück

BERLIN (gvg). Die Behandlung mit einem "Hirnschrittmacher" bessert die Beweglichkeit und erhöht die Lebensqualität und das emotionale Wohlbefinden von Parkinson-Patienten erheblich. Das belegt eine randomisierte, kontrollierte Studie zu dieser Therapieform.

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Die Sechs-Monats-Ergebnisse der Multicenter-Studie, die unter Federführung des Neurozentrums der Universität Kiel stattfand, wurden auf dem Welt-Parkinson-Kongreß in Berlin präsentiert.

Insgesamt 156 Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Parkinson erhielten entweder eine tiefe Hirnstimulation (THS) oder die bestmögliche medikamentöse Therapie mit L-Dopa-Präparaten und Dopaminagonisten. Nach sechs Monaten wurden die Lebensqualität und der Tagesablauf abgefragt.

Die Unterschiede waren erheblich: Die Dauer der täglichen Bewegungslosigkeit (Off-Perioden) sank in der THS-Gruppe von sechs auf 1,3 Stunden, die Dauer problemloser Aktivität (On-Perioden) erhöhte sich von 3,5 auf 8,4 Stunden. In der Kontrollgruppe, bei der die medikamentösen Therapie-Optionen ausgereizt waren, änderte sich dagegen bei ähnlichen Ausgangswerten erwartungsgemäß fast nichts.

Ähnlich klare Unterschiede gab es bei der Lebensqualität, die mit dem auf Parkinson-Patienten abgestimmten Fragebogen PDQ-39 erhoben wurde. Bei den Parametern "Mobilität", "Aktivitäten des täglichen Lebens", "emotionales Wohlbefinden" und "körperliches Unwohlsein" schnitten die operierten Patienten jeweils hochsignifikant besser ab.

"Die THS kann den Verlauf der Parkinson-Erkrankung nicht aufhalten, aber sie dreht die Symptomatik um etwa 15 Jahre zurück", so Studienleiter Professor Günther Deuschl aus Kiel. Bei dem Verfahren werden hauchdünne Elektroden in den Nukleus subthalamicus des Zwischenhirns vorgeschoben. Sie sind über subkutane Kabel mit einem elektrischen Stimulator verbunden, der unter dem Schlüsselbein liegt.

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