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Tipps zu Schmerzdiagnostik bei Diabetes

MÜNCHEN (sir). Eine Polyneuropathie bei Menschen mit Diabetes mellitus muss nicht immer stoffwechselbedingt sein.

Veröffentlicht:
Stimmgabel-Test ist Standard zur Diagnose einer Polyneuropathie bei Diabetikern.

Stimmgabel-Test ist Standard zur Diagnose einer Polyneuropathie bei Diabetikern.

© Foto: Klaro

"Jeder 15. Erwachsene in den Indu-strieländern leidet unter neuropathischen Schmerzen", betonte Professor Dan Ziegler von der Uniklinik Düsseldorf bei einem von Pfizer unterstützten Symposium. "Patienten mit Diabetes, einer Diabetes-Vorstufe oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind noch häufiger davon betroffen", ergänzte der Diabetologe. "Trotzdem ist nicht jeder Beinschmerz bei Diabetikern neuropathisch bedingt", betonte Professor Karlheinz Reiners, Neurologe am Uniklinikum Würzburg. Als Differenzialdiagnosen nannte er das Restless-Legs- und das Burning-Feet-Syndrom, wobei diese auch kombiniert mit neuropathischen Schmerzen auftreten können.

"Außerdem wird nicht jede Neuropathie bei Diabetikern durch den Diabetes verursacht", führte Reiners weiter aus. Besonders wenn die Schwere der neuropathischen Sym-ptome nicht mit Schwere und Ein-stellung der Diabeteserkrankung korrelieren, sei dies ein Indiz dafür. Weitere Hinweise, die eine diabetische Polyneuropathie unwahrscheinlich machen, seien:

  • frühzeitige Paresen,
  • frühzeitige Schmerzen bei gut erhaltener Sensitivität,
  • Beginn der Symptome an den oberen (statt unteren) Extremitäten,
  • asymmetrisches Verteilungsmuster der Schmerzen,
  • Beschwerdebild einer Radikulitis,
  • neurotoxische Medikamente (etwa Amiodaron) in der Anamnese.

So sei bei asymmetrischem Schmerzbild auch an ein Carpaltunnelsyndrom, ein Sudeck-Syndrom, eine vaskulitische oder Borreliose-bedingte Neuropathie oder eine Bleivergiftung zu denken. Distal-symmetrische neuropathische Schmerzen könnten auch durch Alkohol, HIV-Infektion, maligne Neubildungen, Chemotherapien, Vitamin-B-Mangel, Paraproteine oder wiederum durch eine Neuroborreliose verursacht sein. "Diabetes schützt nicht vor anderen Schmerz- und Neuropathie-Auslösern", schloss Reiners.

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