Direkt zum Inhaltsbereich

Tips zur Therapie beim Restless-legs-Syndrom

JENA (grue). Mißempfindungen in den Beinen sind bei einem idiopatischen Restless-Legs-Syndrom (RLS) häufig. Sie können aber auch durch eine Schwangerschaft, Eisenmangel oder ein Nierenerkrankung verursacht werden.

Veröffentlicht:

Etwa fünf bis zehn Prozent der Deutschen haben ein RLS. 60 bis 80 Prozent davon haben eine idiopathische RLS. Bei den übrigen Patienten gibt es unterschiedliche Ursachen. So hat etwa jeder dritte Patient mit rheumatoider Arthritis und jeder vierte Patient mit Niereninsuffizienz oder Eisenmangelanämie ein RLS.

Daran hat Bertram Holinka von der Universität Bochum erinnert. Bei Schwangeren ist die RLS vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft relativ häufig. "Außerdem sind zahlreiche Medikamente Ursache für typische RLS-Beschwerden" , so Holinka auf einer Veranstaltung von Hoffmann-La Roche in Jena. "Gezieltes Nachfragen erspart diagnostische Umwege". Bekannte RLS-Auslöser sind Neuroleptika, Magensäure-Blocker, Lithium und auch Koffein.

Sind solche Ursachen ausgeschlossen und macht die RLS-Symptomatik erhebliche Beschwerden, wird mit dopaminergen Substanzen behandelt. Sie dämpfen den steten Bewegungsdrang der Beine, der sich unbehandelt in Ruhephasen und zum Abend hin noch verstärkt. Zugelassen gegen RLS ist das Medikament Restex® mit 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid pro Tablette.

"Bei leichten bis mäßig starken Beschwerden reichen eine bis zwei Tabletten am Abend", so Holinka. Bei Durchschlafstörungen werde mit dem langwirksamen Präparat Restex® retard kombiniert. L-Dopa kann auch tagsüber bei Bedarf eingenommen werden, sofern die Gesamtdosis von 400 mg nicht überschritten wird.

Gelegentlich kommt es dabei zu einer zeitlichen Verschiebung der Symptome oder zu stärkeren Beschwerden zwischen zwei Tabletten. Dann könne zu einem Dopamin-Agonisten gewechselt werden, sagte Holinka. Bei Einschlafstörungen seien kurzwirksame Präparate zu bevorzugen, bei Durchschlafstörungen ist ein langwirksamer Agonist richtig.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ein- und Durchschlafstörungen

RKI-Umfrage bestätigt: Die Deutschen schlafen schlecht!

Ob allergisch oder nicht

Rhinitis ist signifikant mit Migräne verbunden

Demenzprävention?

Alzheimer: Bei wem Fleischkonsum doch von Vorteil sein könnte

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Immuncheckpointhemmer plus Neoantigentherapie

mRNA-Impfung bei Melanomen: Vorboten eines neuen Standards?

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Lesetipps
Etwa jede zehnte Fledermaus in Deutschland könne mit dem Tollwut-Virus infiziert sein. Damit ist die gefahr der Übertragung zwar gering, jedoch nicht null. In die Hand nehmen sollte man sie deshalb nicht.

© Daria / Stock.adobe.com

Importhunde und Fledermäuse

Tollwut-Risiken in Deutschland – und wie sie sich vermeiden lassen

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie