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Tollwutimpfstoff wird bis Ende 2009 knapp bleiben

MARBURG (eis). Tollwutimpfstoff bleibt in den nächsten Monaten knapp. Die Nachfrage in der Reisemedizin steigt und die Produktion lässt sich nicht in gleichem Maße erhöhen. Ärzte werden daher wahrscheinlich bis Ende 2009 nicht alle Reisenden impfen können.

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Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg impft zum Beispiel zurzeit keine privaten Auslandsreisenden, berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Das Institut habe 50 Prozent weniger Impfstoff erhalten als benötigt.

Das Unternehmen Novartis Behring bestätigt, dass es zurzeit den Impfstoff kontingentiert ausliefert. "Jeder bekommt nur einen Teil dessen, was er bestellt hat", sagte Unternehmenssprecherin Irene von Drigalski zur "Ärzte Zeitung". Etwa 80 Prozent der Tollwutimpfstoffe in Deutschland kommen von Novartis Behring. Außerdem bietet Sanofi Pasteur MSD einen Tollwutimpfstoff an.

Nachdem Novartis Behring in den vergangenen Monaten sehr viel Tollwut-Impfstoff produziert habe, sei die Anlage jetzt bis Februar für eine Modernisierung stillgelegt. Wieviel Impfstoff dann produziert werden könne, sei noch nicht absehbar. Bis Ende 2009 gehe man daher von einem Engpass aus. Um die Situation zu entschärfen, habe man sich mit großen reisemedizinischen Zentren im Oktober zusammengesetzt.

Tollwut ist zu 100 Prozent tödlich. Ein Teil des Impfstoffs muss daher für die postexpositionelle Prophylaxe zurückgehalten werden. "Wir liefern zwar kontingentiert aus, aber kontinuierlich und achten darauf, den Impfstoff gleichmäßig zu verteilen", so von Drigalski.

Besonders in der Reisemedizin ist die Nachfrage in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die modernen Impfstoffe sind gut verträglich und besonders Tollwut-Todesfälle wie 2007 bei einem Reisenden in Marokko, haben zu einer Neubewertung der Prophylaxe geführt. In vielen Regionen wie Indien, China, Nordafrika oder Brasilien wird zum Schutz geraten.

Eine Entspannung ist in zwei Jahren in Sicht: Novartis Behring baut gerade eine neue Produktionsanlage, die Anfang 2011 in Betrieb gehen soll.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Verantwortung für den Tollwutschutz

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