Direkt zum Inhaltsbereich

Kyasanur-Wald-Fieber

Tropenfieber breitet sich in Indien aus

Kyasanur-Wald-Fieber könnte auch Touristen treffen. Körperbedeckende Kleidung ist ratsam.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Das Kyasanur-Wald-Fieber (Kyasanur Forest Disease, KFD) wird vom gleichnamigen Virus aus der Familie der Flaviviren hervorgerufen. Die Erreger werden von Zecken oder auch beim Kontakt mit infizierten Tieren, wie Affen oder Nagetieren übertragen.

Die Erkrankung tritt nach Angaben der US-Seuchenbehörde CDC nur in Indien auf, jährlich werden dort 400 bis 500 Fälle gemeldet. Bis vor Kurzem waren hauptsächlich die südlichen Bundesstaaten Karnataka, Tamil Nadu und Kerala sowie seit 2015 auch Goa betroffen. Im Januar 2016 traten erstmalig Infektionen in Maharashtra auf. Bis Mitte Dezember 2016 wurden hier von der International Society of Tropcical Diseases 133 Erkrankungen und 7 Todesfälle gemeldet.

Die Inkubationszeit des KFD beträgt drei bis acht Tage, danach kommt es zu einem plötzlichen Fieberanstieg und Kopfschmerzen. In der Folge können schwere Muskelschmerzen, Erbrechen und Blutungskomplikationen auftreten. In den meisten Fällen heilt die Infektion nach ein bis zwei Wochen komplikationslos aus, bei 10 bis 20 Prozent der Patienten entwickelt sich eine zweite symptomatische Phase. Hier kann es neben dem abermals auftretenden Fieber auch zu neurologischen Manifestationen kommen, etwa Verwirrtheit, Tremor oder Sehstörungen. Die Letalität liegt bei drei bis fünf Prozent.

Eine spezifische Therapie für die Erkrankung gibt es nicht. Es ist aber ein Impfstoff verfügbar, der in den Endemiegebieten Indiens zum Schutz von Risikopersonen wie Bauern oder Waldarbeitern eingesetzt wird. Reisende mit entsprechendem Expositionsrisiko sollten sich mittels körperbedeckender Kleidung, festem Schuhwerk und mit Insekten-Repellents schützen.

Die Autoren sind Mitarbeiter des CRM

Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Mehr Reisemedizin-Infos: www.crm.de

Mehr zum Thema

Interview

Reisediarrhoe: Bei Fieber keine Selbstbehandlung

Kein Herpes, kein Krebs

Was steckte hinter den schlecht heilenden Ulzera im Mund?

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Progression bremsen

Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern: Wann initiieren?

Mögliche Glutenquelle

Wie riskant ist ein Zungenkuss bei Zöliakie?

Lesetipps
Syphilis-Läsion im Mund einer infizierten Person.

© CID / Science Photo Library

Kein Herpes, kein Krebs

Was steckte hinter den schlecht heilenden Ulzera im Mund?

Illustration von einer Person mit einem schwarzen Knäuel statt eines Kopfes.

© Khosrork / Getty Images / iStock

Neurodivergenz

ADHS in der Hausarztpraxis: Hinweise für die Diagnostik