Ebola

US-Behörde warnt Ärzte

Noch ist der Ebola-Ausbruch in Westafrika auf die Region begrenzt. Doch zahlreiche neue Fälle setzten Behörden weltweit in Alarmbereitschaft: Erkrankte könnten mit dem Flugzeug in andere Länder gelangen. Die CDC rät Ärzten in den USA zu Wachsamkeit.

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Noch nicht vorbei: Ebola-Einsatz von "Ärzte ohne Grenzen" im April in Guinea.

Noch nicht vorbei: Ebola-Einsatz von "Ärzte ohne Grenzen" im April in Guinea.

© Amandine Colin / Ärzte ohne Grenzen / dpa

ATLANTA. Die US-Seuchenkontrollbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) hat Ärzte an die Möglichkeit eines Ebola-Imports in die USA erinnert. In einer am Montagabend in Atlanta veröffentlichten "Gesundheitsempfehlung" rät sie Ärzten, bei erkrankten Reiserückkehren aus Westafrika auch an die Differenzialdiagnose Ebola-Viruskrankheit (EVD, ICD-10 A98.4) zu denken.

Die "Health Advisory" ist in den USA die zweithöchste Warnstufe nach dem "Health Alert". Zeitgleich hat die CDC eine "Level-2-Reisewarnung" für Liberia, Guinea und Sierra Leone herausgegeben. Darin wird zwar nicht vor Reisen in das Epizentrum des bis dato weltweit größten Ebolaausbruchs gewarnt. Reisende sollten aber den Kontakt zu Blut und anderen Körperflüssigkeiten von infizierten Personen vermeiden.

In den drei Ländern Westafrikas herrscht nach wie vor ein ungestoppter EVD-Ausbruch. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO von Sonntag sind insgesamt 1201 Menschen erkrankt (inklusive Verdachtsfälle) und 672 gestorben. Der Ausbruch ist der weltweit größte und der erste in Westafrika. Zuletzt war auch ein Ebola-Patient in der nigerianischen Stadt Laos gestorben. Der Mann war per Flugzeug aus Liberia gekommen.

Die Luftaufsichtsbehörde in Nigeria hat am Dienstag der Airline ASky verboten, nigerianische Flughäfen anzufliegen. Andere Fluggesellschaften wurden ausgefordert, entsprechende Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.

Auch Hilfskräfte aus den USA, darunter ein Arzt, hatten sich jüngst infiziert. Nosokomialinfektionen stellen eine der Herausforderungen bei dem jetzigen Ausbruch dar. Zudem sind die Infektionsketten bislang nicht ausreichend aufgeklärt, was das Wiederaufflammen vor einigen Wochen erklären kann.

Die WHO hatte Ende vergangener Woche angekündigt, gemeinsam mit den lokalen Behörden die Ausbruchsuntersuchung verstärken zu wollen. Vor allem sollen die Umgebungsuntersuchungen ausgeweitet werden, um weitere möglicherweise infizierte Patienten ausfindig zu machen.

Die liberianische Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hatte am Montag weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen Ebola angekündigt. Das Land war zuletzt wegen zahlreicher Probleme beim Ausbruchsmanagement in die Kritik geraten.

Unter anderem soll nun an Flughäfen in Liberia eine "Entry- und Exit-Screening" implementiert werden, mit dem Reisende systematisch erfasst werden. Dieses Vorgehen hatte sich unter anderem bei der H1N1-Pandemie im Jahr 2009 in einigen Ländern bewährt (Bull World Health Organ; 2013; 91(5): 368).

Die CDC geht derweil von einem geringen Ebola-Risiko für die US-Bevölkerung aus. "Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ausbruch sich außerhalb von Westafrika ausbreitet, ist sehr gering", sagte der stellvertretende Direktor des CDC-Zentrums für Zoonosen und Infektionskrankheiten, Dr. Stephan Monroe, am Montag. Zwar sei es grundsätzlich möglich, dass infizierte Patienten in Westafrika ein Flugzeug in die USA besteigen, doch es sei sehr unwahrscheinlich, dass sie die Erkrankung an Mitreisende weitergeben würden.

Ebolaviren verbreiten sich bekanntlich wie andere virale hämorrhagische Erreger nicht oder nur schlecht per Tröpfcheninfektion, sondern vor allem über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Zudem sind infizierte Patienten erst nach dem Erkrankungsbeginn kontagiös. Die Virämie nimmt mit Fortschreiten der Erkrankung zu.

Laut Monroe würden die jüngsten Berichte vor allem aus Nigeria allerdings die möglichen Risiken für Hilfskräfte vor Ort aber auch eine reiseassoziierte Verbreitung unterstreichen. Fachkreise in den USA sollten daher bei fiebrigen Patienten mit der Reiseanamnese "Westafrika" auch an die Differenzialdiagnose EVD denken.

Die Inkubationszeit nach einer Ebola-Infektion beträgt regelhaft zwischen acht und zehn Tagen, kann aber auch bis zu 21 Tage betragen. In dieser Zeit sollten Patienten mit einer Verdachtsdiagnose regelmäßig auf entsprechende Symptome untersucht werden und die Möglichkeit einer Isolierung in Betracht gezogen werden. Ärzte sollten zudem auf einen entsprechenden Eigenschutz achten.

In Deutschland rät das Robert Koch-Institut (RKI) Ärzten bereits seit einigen Wochen ein ähnliches Vorgehen. Diagnostische Hilfestellung können Fachkreise beim Hamburger Bernhard-Nocht-Institut (BNI) und beim Institut für Virologie der Uni Marburg erhalten. Bereits der Erkrankungsverdacht ist in Deutschland meldepflichtig.

Im Falle einer (importierten) Erkrankung stehen bundesweit neun Behandlungszentren für hochkontagiöse Erkrankungen zur Verfügung. Einen Überblick bietet die Website des Arbeitskreises STAKOB. (nös)

Weitere Details zum Umgang mit möglichen EVD-Patienten ...

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