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Karotis-Screening

US-Experten raten von Sonografie ab

Um ein Schlaganfallrisiko abzuklären, ist eine Ultraschall-Untersuchung auf asymptomatische Karotis-Stenosen nicht geeignet, betonen Präventionsexperten aus den USA. Es gebe nämlich eine hohe Zahl falsch-positiver Befunde.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Umstritten in der Prävention: Ultraschalluntersuchung der Karotis.

Umstritten in der Prävention: Ultraschalluntersuchung der Karotis.

© Klaus Rose

COLUMBIA. Das Fachgremium der US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat sich gegen ein Screening auf Karotisstenosen bei asymptomatischen Patienten ausgesprochen. Die amerikanischen Präventionsexperten bestätigten damit ihre Empfehlung von 2007, die sie nun im Lichte der seither in Studien gewonnenen Erkenntnisse nochmals überprüft hatten.

"Die USPSTF rät davon ab, die allgemeine erwachsene Bevölkerung auf asymptomatische Karotisstenosen zu screenen", schreiben die Fachleute und geben damit eine Empfehlung vom Grad D (Ann Intern Med 2014, online 8. Juli).

Die Bewertung der Experten bedeutet: Man ist mittel- bis hochgradig sicher, dass die Prozedur in der Summe keinen Nutzen erbringt oder sogar mehr schadet als nützt. Die Empfehlung erstreckt sich auf Erwachsene ohne transiente ischämische Attacken, Schlaganfälle oder andere neurologische Symptome oder Beschwerden in der Vorgeschichte.

Die USPSTF begründet ihren Rat im Wesentlichen damit, dass die Prävalenz von Karotisstenosen in der Allgemeinbevölkerung 0,5 bis 1 Prozent beträgt, die Spezifität etwa der Ultraschalldiagnostik für Stenosen (mehr als 50 Prozent bzw. 70 Prozent) aber nur bei 88 bis 94 Prozent liegt. Es sei deshalb mit einer hohen Zahl falsch- positiver Befunde zu rechnen.

Gestützt wird diese Einschätzung von den Resultaten einer Metaanalyse, die von der USPSTF in Auftrag gegeben worden war (Ann Intern Med 2014, online 8. Juli).

Hiernach wird über einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet durch eine Endarteriektomie zwar das Risiko für nicht-perioperative Schlaganfälle im Vergleich zur konservativen Therapie absolut gerechnet um etwa 3,5 Prozent gesenkt; die relative Senkung des Risikos beläuft sich dabei je nach Studie auf 1 bis 20 Prozent.

Dafür erreicht aber die 30-Tages-Rate an Insulten nach der Op 2,4 Prozent, die Mortalität liegt bei 3,3 Prozent. Hinzu kommen Schädigungen durch den Eingriff, die Herzinfarkte, Nervenverletzungen und Hämatome einschließen.

"In Studien hat man den Nutzen der Operation womöglich überbewertet und besonders ausgesuchte Chirurgen eingesetzt", schreiben die Autoren der Metaanalyse. Zugleich seien die Nachteile unterschätzt worden und die konservative Therapie veraltet gewesen.

"Die verfügbaren Daten stützen klar die Absage der USPSTF an das Screening auf asymptomatische Karotisstenosen", schreibt Larry Goldstein vom Schlaganfallzentrum der Duke University in Durham in seinem Kommentar zu der Empfehlung.

Dennoch würden entsprechende Tests verbreitet angeboten. Es sei aber unwahrscheinlich, dass damit Insulte verhindert oder der Gesundheitszustand verbessert würden. Laut Goldstein sollten sich potenzielle Kunden dessen bewusst sein.

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