Über 2000 Sanitätshelfer versorgen Pilger beim Papstbesuch

NEU-ISENBURG (ug). Am morgigen Samstag kommt Papst Benedikt XVI. für sechs Tage nach Deutschland. Hunderttausende von Gläubigen werden zu den Messen mit dem Papst erwartet. Für die sanitätsdienstliche Versorgung ist der Malteser Hilfsdienst verantwortlich. Über 2000 Helfer werden bei den verschiedenen Veranstaltungen im Einsatz sein. Insgesamt 47 Unfallhilfsstellen werden aufgebaut - jede ist zuständig für 25 000 Pilger.

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Der Mann, der diesen neuerlichen Sanitäts-Großeinsatz organisiert, ist ebenfalls ein Benedikt: Benedikt Liefländer ist der Gesamteinsatzleiter der Malteser. Er ist zuversichtlich: "Wir haben Erfahrungen mit solchen Großeinsätzen etwa vom Weltjugendtag in Köln und von den Trauerfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. in Rom", sagt er im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Unterstützt werden die deutschen Malteser vom Bayerischen Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Arbeiter-Samariter-Bund, einer Gruppe österreichischer Malteser und der Aicher Ambulanz München.

Aus über 25 Städten sind die ehrenamtlichen Helfer zum Papst-Besuch nach Bayern gekommen. Bei den Groß-Messen in München, Altötting und Regensburg werden sie den Pilgern bei gesundheitlichen Problemen zur Seite stehen. Allein in Regensburg werden mehr als 300 000 Teilnehmer bei einer Feldmesse erwartet. "Dabei sind sicher viele ältere Menschen mit Vorerkrankungen, die sind dann lange auf den Beinen", so Liefländer.

Außerdem müßten die Pilger auch zum Teil bis zu zehn Kilometer von den Parkplätzen zum Messegelände zu Fuß gehen. "Das sind große körperliche Belastungen." Zu erwarten ist, daß viele, vor allem alte Menschen dann sehr erschöpft sind - bei den Maltesern können sie sich ausruhen. Jede Unfallhilfsstelle hat ein Liegezelt, wo sich erschöpfte Pilger erholen können.

Unfallhilfsstellen sind mit je 20 Mann besetzt, dabei ist immer ein Arzt, meist ein Notarzt. Es gibt je ein Zelt für die Erstversorgung, ein Zelt mit acht Liegeplätzen und ein drittes Zelt für die Logistik.

"Die Menschen kommen mit allen möglichen Beschwerden, von Blasenproblemen über Wespenstiche bis zu Erschöpfung", weiß Liefländer aus Erfahrung. Auf alles sind die Malteser vorbereitet. In den Unfallhilfsstellen werden die Patienten erstversorgt, bis sie, wenn nötig, zur Behandlung in eines der bereitstehenden örtlichen Krankenhäuser transportiert werden können. "So wird das therapiefreie Intervall drastisch reduziert."

Um das noch weiter zu verringern, setzen die Malteser außerdem Erstversorgungstrupps ein. "Zwei, drei Helfer gehen durch die Menge, sozusagen Streife. Sie können dann direkt vor Ort helfen", erklärt Liefländer. Die Helfer dieser Erstversorgungstrupps, einer ist immer ein Rettungsassistent, haben einen Notfallrucksack und einen Defi dabei.

Sie können Patienten dann auch aus der Menge zu einer Unfallhilfsstelle tragen. Die Erfahrung zeigt aber, daß es bei solchen Großveranstaltungen gar nicht so viele Kranke und Verletzte gibt. Der Maximalwert liege bei einer Patientenquote von zwei Promille, so Liefländer.

Für den sechstägigen Besuch des Papstes in seiner bayerischen Heimat sind umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden: Kanalisationszugänge wurden durchsucht, Gullys zugeschweißt. Nicht nur die Malteser und die anderen sanitätsdienstlichen Helfer bereiten sich seit Monaten auf den Besuch vor, genauso Polizei und Feuerwehr. Insgesamt werden sogar mehr als 35 000 Helfer im Einsatz sein.

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