Unterschätzt: Probleme bei Herzfehlern

KÖLN (cin). Bei Patientinnen mit angeborenen Herzfehlern (AHF) werden Probleme zu sexueller Gesundheit häufig unterschätzt. Das hat eine Umfrage ergeben, die nun bei der Herbsttagung der Kardiologen vorgestellt worden ist. Direkte Ansprache der Patienten ist die Empfehlung von Dr. Matthäus Vigl aus Berlin.

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261 Patientinnen mit angeborenen Herzfehlern haben in den Ambulanzen der Herzzentren Berlin und München Fragebögen ausgefüllt. Professor Harald Kaemmerer aus München hat die Ergebnisse der Umfrage vorgestellt:

79 Prozent aller Patientinnen mit AHF leiden unter Menstruationsbeschwerden. Bei den NYHA-Stadien III und IV sind 43 Prozent der Frauen in ihrem Sexualleben eingeschränkt. Bei elf Prozent der Betroffenen kommt es durch den Herzfehler zu körperlichen Beschwerden während oder nach dem Geschlechtsverkehr, im NYHA-Stadium III und IV trifft das sogar bei 33 Prozent zu.

"Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Patientinnen mit Herzfehlern anzusprechen - auch diejenigen mit erworbenen", so Vigl. Sein Tipp: Kommt es beim oder nach dem Geschlechtsverkehr zu Beschwerden, kann man Betroffenen raten, zusätzliche Belastungen zu meiden. Sie sollten etwa nach dem Essen auf sexuelle Aktivitäten verzichten und diese von abends auf morgens verlegen.

"Zudem ist es wichtig, Verhütung zu thematisieren", erinnert Vigl. Denn eine Schwangerschaft könne das Leben einiger Patientinnen, etwa mit zyanotischen Herzfehlern oder den NYHA-Stadien III und IV, gefährden. Die Umfrage ergab, dass sieben Prozent der Frauen trotz Verhütung schwanger geworden waren.

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