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Urologen reparieren Harnröhre mit Zellen aus der Blase

US-Wissenschaftlern ist es gelungen, bei Kindern die Harnröhre mit deren eigenen Zellen erfolgreich zu rekonstruieren.

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Sagitalschnitt durch den männlichen Unterleib.

Sagitalschnitt durch den männlichen Unterleib.

© hakan çorbac / fotolia.com

WINSTON-SALEM (ple). US-Urologen haben bei fünf Jungen defekte Abschnitte der Harnröhre mit Hilfe der regenerativen Medizin und mit körpereigenen Zellen erfolgreich behoben. Bis zu sechs Jahre lang blieben die Implantate funktionsfähig.

An der Pilotstudie nahmen Jungen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren teil. Bei drei Jungen war die Harnröhre nach einem Trauma gerissen, bei zwei Jungen mussten Harnröhren-Implantate ersetzt werden, bei denen Urologen die Zellen der Mundschleimhaut oder der Haut der Patienten verwendet hatten.

Der zu ersetzende Abschnitt der Harnröhre lag zwischen Penis und Prostata. Zur Herstellung der neuen Implantate verwendeten die Forscher röhrenförmiges resorbierbares Material aus Polyglykolsäure und Kollagen.

Die Röhren wurden innen mit körpereigenen Epithelzellen und außen mit Muskelzellen beschichtet. Die Wissenschaftler aus Winston-Salem entnahmen die Zellen für den Gewebeersatz aus der Blase des jeweiligen Patienten. Insgesamt dauerte die Herstellung der künstlichen Harnröhren mit einer Länge von 4 bis 6 Zentimetern zwischen 4 und 7 Wochen (The Lancet 2011, online 8. März).

Drei Monate nach der Operation hatten die Implantate einen normalen Harnröhrenaufbau. Am Ende der Beobachtungszeit von maximal 71 Monaten hatten die Jungen im Median eine zufriedenstellende maximale Harnflussrate von 27 ml / s.

Der Urologe Professor Karl-Dietrich Sievert von der Uniklinik Tübingen betont in seinem Kommentar zur Publikation der US-Wissenschaftler, dass nun in einer größeren Studie diese ermutigenden Ergebnisse bestätigt und zudem die Kosteneffektivität einer solchen Harnröhren-Rekonstruktion geprüft werden müssen.

Der Erfolg der US-Urologen beruhe möglicherweise auch darauf, dass - anders als bisher - Zellen der Blase und nicht der Mundschleimhaut oder der Haut verwendet wurden.

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