Hüft- und Kniegelenk-Operationen

Verpflichtende Zertifizierung beim Einsatz von Endoprothesen gefordert

Nur etwa 44 Prozent der Einrichtungen, die Hüft- und Kniegelenkendoprothesen implantieren, nehmen laut Deutscher Gesellschaft für Endoprothetik an einem Zertifizierungsverfahren teill.

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Mehr Qualitätssicherung bei der Implantation von Hüft- und Knieendoprothesen fordert nicht nur der Bundesgesundheitsminister, sondern auch die Fachgesellschaft.

Mehr Qualitätssicherung bei der Implantation von Hüft- und Knieendoprothesen fordert nicht nur der Bundesgesundheitsminister, sondern auch die Fachgesellschaft.

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Stuttgart. Die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik fordert eine verpflichtende Zertifizierung von Kliniken, die Hüft- und Kniegelenke implantieren. So sollen die flächendeckende Qualität der Eingriffe sichergestellt und überflüssige Eingriffe vermieden werden. Die Gesellschaft bezieht sich mit ihrer Forderung auf Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach in der ARD-Sendung Maischberger. Dort hatte er in der vergangenen Woche kritisiert, dass in Deutschland zu viele Knie- und Hüftoperationen vorgenommen würden. Eine Überprüfung der aktuellen Praktiken sei erforderlich, um die Effizienz und Patientenorientierung im Gesundheitswesen zu verbessern, so Lauterbach.

Die Gesellschaft weist darauf hin, dass mit EndoCert bereits seit zwölf Jahren ein hochentwickeltes freiwilliges Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) für Endoprothetikzentren existiere. Dieses ziele auf die Sicherstellung und Überwachung höchster Qualitätsstandards in der Versorgung von Hüft- und Knieendoprothesen. Dazu gehöre die verbidliche Beachtung bestehender Leitlinien zur Indikationsstellung. Das heiße, jede Operation basiere auf einer fundierten medizinischen Bewertung, so die Fachgesellschaft.

Teilnahme ist freiwillig, kostet Geld und Zeit

Mit einer Teilnahme am Zertifizierungsverfahren und dem Endoprothesenregister deckten Kliniken alle qualitätsrelevanten Fragestellungen rund um die Endoprothetik ab, „von der Indikation über die Implantatwahl bis hin zur Analyse von Komplikationen“, sagt Professor Bernd Kladny, Generalsekretär der DGOOC und Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie an der m&i-Fachklinik Herzogenaurach. Das gebe auch den Patienten Sicherheit bei ihrer Klinikwahl, so Kladny.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik sind aber nur 44 Prozent der Endoprothesen-Kliniken in Deutschland nach EndoCert zertifiziert, das entspreche etwa 500 Einrichtungen. Gründe für die eher geringe Quote: Die Teilnahme sei freiwillig, koste Geld und Zeit. „Dies erschwert eine lückenlose Umsetzung der hohen Standards“, kritisiert Professor Georgi Wassilew, Generalsekretär der Fachgesellschaft und Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin am Uniklinikum Greifswald.„Angesichts der aktuellen Diskussion und der von Minister Lauterbach geäußerten Bedenken fordern wir dringend, die verpflichtende Zertifizierung für Kliniken, die Knie- und Hüftendoprothesen einsetzen, einzuführen“, so Wassilew. Dies würde nicht nur den „Wildwuchs“ an nicht überprüften und möglicherweise qualitativ minderwertigen Behandlungsangeboten eindämmen, sondern auch eine flächendeckende, qualitätsgeprüfte Versorgung für alle Patientinnen und Patienten in Deutschland sicherstellen, sagt der Orthopäde und Unfallchirurg. (chb)

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