Versorgung nach osteoporotischer Fraktur ungenügend

BOCHUM (ikr). Große Defizite in der Versorgung von Patienten mit Osteoporose-bedingten Frakturen haben deutsche Experten in einer aktuellen Studie festgestellt. Danach werden derzeit lediglich zwölf Prozent der betroffenen Patienten leitliniengerecht versorgt.

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Eine Arbeitsgruppe um Dr. Tobias Vogel von der Ruhr-Universität Bochum hat 409 unfallchirurgische Kliniken im gesamten Bundesgebiet zu Diagnostik und Therapie bei Osteoporose-bedingten Frakturen befragt (Der Unfallchirurg 11, 2008, 869).

Über 80 Prozent der Fragebögen wurden zurückgesandt. Demnach verfügten nur 115 Kliniken (35 Prozent) über ein standardisiertes Vorgehen hinsichtlich Diagnostik und Therapie bei Patienten mit osteoporotischen Frakturen. Eine Diagnostik nach den aktuellen Leitlinien des Dachverbands Osteologie (DVO) bieten nur 30 Prozent dieser Kliniken ihren Patienten an und 51 Prozent eine leitliniengerechte Therapie. Insgesamt versorgten nur 14 Kliniken (12 Prozent) ihre Patienten mit Frakturen gemäß den DVO-Leitlinien.

Wie die Forscher berichten, waren 59 Prozent der befragten Kliniken Universitätskliniken. 37 Prozent der 115 Häuser mit standardisiertem Vorgehen empfehlen ihren Osteoporose-Patienten Vitamin D und 34 Prozent Kalzium. 64 Prozent verordnen Bisphosphonate.

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