GASTKOMMENTAR

Vertrauensverlust muß verhindert werden!

Von Otmar Wiestler Veröffentlicht: 09.01.2006, 08:00 Uhr

Die Fakten zum Fall des südkoreanischen Stammzellforschers Woo Suk Hwang aus Seoul liegen auf dem Tisch. Es scheint festzustehen, daß der Tierarzt Fälschungen vorgelegt hat. Das anvisierte wissenschaftliche Ziel des therapeutischen Klonens maßgeschneiderter Stammzellen für Patienten ist also nach wie vor ungelöst.

Der Fall Hwang ist ein extremes und bedauerliches Beispiel für wissenschaftliches Fehlverhalten, er zeigt jedoch auch auf, daß die Kontrollinstrumente funktionieren, wenn auch mit gewisser Verspätung.

Nur durch rückhaltlose Aufklärung des gesamten Vorgangs kann verhindert werden, daß das Vertrauen der Bürger in die Wissenschaft im Allgemeinen und in die Stammzellforschung im Besonderen erschüttert wird.

Ob sich aus diesem problematischen Einzelfall ein Rückschlag für die Stammzellforschung insgesamt ergibt, ist derzeit noch nicht absehbar. An der großen Bedeutung der Erforschung embryonaler Stammzellen ändert diese unglückliche Episode nichts.

Der Neuropathologe und Stammzellforscher Professor Otmar D. Wiestler ist Vorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand am Deutschen Krebsforschungszentrum.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Wie der koreanische Stammzellforscher Hwang vom Wissenschafts-Thron gestoßen wurde

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