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Viel mehr Malariatote als gedacht

LONDON (dpa). An Malaria sind 2010 etwa 1,2 Millionen Menschen gestorben und damit doppelt so viele wie angenommen. Nach Rechenmodellen von US-Forschern ist die Sterberate vor allem unter älteren Kindern und Erwachsenen viel höher als bisher gedacht.

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Die gute Nachricht: Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Malaria zeigen Wirkung (Lancet 2012, online). In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Todesfälle um fast ein Drittel zurückgegangen, berichten die Forscher. Demnach erreichte die Malariasterblichkeit 2004 mit 1,8 Millionen Todesfällen einen Höhepunkt. 2010 waren 56 Prozent aller Malaria-Opfer in Afrika Kinder unter fünf Jahre.

Überraschend war für die Forscher, dass viel mehr Erwachsene an Malaria sterben als bislang angenommen. Mehr als ein Drittel aller Malariatoten waren demnach Menschen über 15 Jahren, schreiben sie. Dies stelle die bisherige Lehrmeinung infrage.

Bisher wird angenommen, dass Kinder eine Immunität gegen Malaria entwickeln, wenn sie schon in jungen Jahren mit dem Erreger konfrontiert werden und Todesfälle im Erwachsenen-Alter selten sind.

Den deutlichen Rückgang der Malaria-Todesfälle nach 2004 führen die Wissenschaftler auf die Intensivierung der Bekämpfungsmaßnahmen zurück, etwa durch den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria. Sie betonen die Bedeutung des Hilfsfonds und weisen darauf hin, wie bedrohlich die derzeitigen finanziellen Schwierigkeiten des Fonds für die Bekämpfung der Malaria sind.

Fast jedes vierte verstorbene KLeinkind in Sub-Sahara-Afrika starb an Malaria

Die von den Forschern ermittelten Zahlen sind deutlich höher, als die im letzten Weltmalaria-Report der WHO genannten Zahlen. Dies betreffe nicht nur die Gesamtsterblichkeit - 1,2 Millionen Malaria-Tote im Vergleich zu 655.000 von der WHO genannten Toten im Jahr 2010 - sondern zum Beispiel auch die Malaria-Kindersterblichkeit.

Der neuen Untersuchung zufolge fielen 24 Prozent aller in Sub-Sahara-Afrika verstorbenen Kleinkinder unter fünf Jahren der Malaria zum Opfer. Bisher gingen Experten von 16 Prozent aus.

Inwieweit die neuen Zahlen glaubwürdig und verlässlich sind, werde sicherlich Anlass zahlreicher Debatten sein, heißt es dazu in einem Kommentar des Fachmagazins "The Lancet". Die Autoren werden ihre Zahlen und Schlussfolgerungen vollständig offenlegen müssen, um anderen die Möglichkeit zu geben, die Berechnungen zu reproduzieren.

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