Sucht

Viele gut situierte Frauen trinken zu viel

Das Jahrbuch Sucht zeigt: Der Konsum legaler Drogen wie Alkohol ist unverändert hoch.

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BERLIN. Die legalen Drogen Alkohol, Tabak und Medikamente verursachen nach wie vor den größten Teil der Suchtproblematik in Deutschland. Zwar lag der Alkoholkonsum im Jahr 2014 mit 9,6 Liter reinem Alkohol leicht unter dem vom Vorjahr (9,7 Liter), erläuterte Dr. Raphael Gaßmann von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bei der Vorstellung des Jahrbuchs Sucht 2016 in Berlin.

 "Diese geringfügige Reduktion des Konsums ist jedoch kein Grund zur Entwarnung." Schließlich sei sie lediglich auf den leichten Konsumsrückgang bei jungen Menschen, nicht aber bei der Bevölkerung insgesamt zurückzuführen.

Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge sind rund 3,4 Millionen Erwachsene in Deutschland von einer alkoholbezogenen Störung in den letzten zwölf Monaten betroffen.

Besonders auffällig ist nach Angaben der DHS das Trinkverhalten bei Erwachsenen mit hohem sozioökonomischen Status. So konsumieren 32,8 Prozent der Frauen zischen 45 und 65 Jahren mit hohem Sozialstatus Alkohol in riskanter Weise, bei Frauen mit niedrigem Sozialstatus sind es lediglich 19,3 Prozent, unterstrich die DHS.

Auch beim Rauchen gibt es laut DHS wenig Positivnachrichten. Während der Konsum pro Einwohner im Jahr 2014 noch bei 982 Zigaretten lag, stieg er in 2015 auf 1004 an - das entspricht einem Plus von 2,24 Prozent. Leicht abgenommen hat dagegen der Konsum von Zigarren, Zigarillos und Feinschnitttabak.

An den Folgen des Rauchens starben 2013 rund 121.000 Menschen. Das entspricht 13,5 Prozent aller Todesfälle. Zur Vorsicht mahnte die DHS ebenso beim Medikamentenkonsum. Vier bis fünf Prozent aller verordneten Medikamente besitzen ein Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial, darunter vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel mit Wirkstoffen aus der Familie der Benzodiazepine und der Benzodiazepinrezeptoragonisten. (mam)

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