Vier Stunden Bewegung, drei Mahlzeiten, keine Süßgetränke

MÜNCHEN (wst). Essen Sie nur dreimal am Tag, meiden Sie vor allem gesüßte Getränke und gehen sie wöchentlich vier Stunden spazieren! Typ-2-Diabetiker, die diese einfachen Botschaften in die Tat umsetzen, haben schon sehr viel gewonnen.

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Jede Stunde Bewegung mehr pro Woche hilft die Stoffwechselkontrolle von Menschen mit Typ-2-Diabetes weiter zu verbessern.

Jede Stunde Bewegung mehr pro Woche hilft die Stoffwechselkontrolle von Menschen mit Typ-2-Diabetes weiter zu verbessern.

© Foto: LifeScan

Wichtig bei der Ernährung von Menschen mit Typ-2-Diabetes ist vor allem, dass es ihnen gelingt, ein normnahes Gewicht zu halten oder Übergewicht abzubauen. Leider werde immer noch häufig propagiert, Diabetiker sollten ihre täglichen Mahlzeiten auf sechs Portionen verteilen, kritisierte Professor Hans Hauner vom Klinikum Rechts der Isar der TU-München.

So häufige Mahlzeiten hätten sich inzwischen als kontraproduktiv erwiesen, sagte der Ernährungsmediziner bei einer Fortbildungsveranstaltung in München. Denn Zwischenmahlzeiten führen fast nie dazu, dass zu den Hauptmahlzeiten weniger gegessen wird und schlagen sich somit als unnötiges Plus auf den Bauch. Ausnahme seien hier lediglich die eher seltenen Typ-2-Diabetiker mit Hypoglykämieneigung.

Weit gravierender als der etwa in Kuchen oder Schokolade gebundene Haushaltszucker wirkt sich auf das Blutzuckerprofil in Getränken gelöster Zucker aus. Vor allem der ist deshalb zu meiden. Wer sein Gewissen mit Diabetikerprodukten beruhigt, investiert die dafür erforderlichen Mehrkosten diabetologisch betrachtet nutzlos, betonte Hauner bei der vom Unternehmen Berlin-Chemie Menarini unterstützten Veranstaltung. Er verwies dabei auf Vergleichsuntersuchungen und Empfehlungen der Diabetes and Nutrion Study Group (DNSG). Wie relevant sich schon wenige Stunden regelmäßiges Spazierengehen in der Woche auf das kardiovaskuläre Risikoprofil von Diabetikern auswirken, demonstrierte der Sportmediziner Professor Martin Halle, ebenfalls vom Klinikum Rechts der Isar, an einer Studie.

An der Untersuchung nahmen 179 Patienten mit Typ-2-Diabetes in einem mittleren Alter von 62 Jahren teil (Diabetes Care 28, 2005, 1295). Untersucht wurden die Auswirkungen von vier Stunden Spazierengehen pro Woche. Dadurch erreichten die Patienten innerhalb von zwei Jahren trotz gleich gebliebenem Gewichts eine signifikante durchschnittliche Reduktion ihres HbA1c-Werts um 0,44 Prozentpunkte, ihres Blutdrucks um 6,4/2,9 mmHg, des Cholesterins um 10,2 mg/dl und der Triglyceride um 48,2 mg/dl. Jede Bewegungsstunde mehr bringt noch mehr, hat die Studie zudem ergeben.

Bewegung auf Rezept!

Halten Sie Ihre Bewegungsempfehlung auf einem Bewegungsrezept fest, das Sie den Patienten mit nach Hause geben. Darauf lässt sich vermerken: Sport- oder Bewegungsart, wie oft, wie lange und in welcher Intensität (etwa mit dem Pulsziel).(wst)

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