Bade- oder Tauchurlaub

Vorsicht vor giftigen Quallen

Veröffentlicht: 08.07.2014, 11:30 Uhr

Reisende an Nord- und Ostsee aber auch an südliche Meere sollten vor giftigen Quallen gewarnt werden.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

DÜSSELDORF. Viele Quallen haben an ihren Tentakeln Nesselzellen mit giftgefüllten Kapseln. Bei Hautkontakt entstehen zunächst schmerzhafte Wunden oder Quaddeln, die meist nach ein paar Tagen von selbst heilen. Folgen können aber auch Ödeme oder Nekrosen sein. Je nach Menge und Art des injizierten Gifts sind sehr selten auch tödliche Verläufe möglich.

Die zu den Würfelquallen gehörige Seewespe zählt zu den giftigsten Tieren weltweit. Sie ist im westlichen Pazifik, speziell vor den Küsten Australiens, verbreitet. Ihr Gift kann binnen kurzer Zeit zur Lähmung der Muskeln und der Atmung führen.

Weltweit sind jährlich etwa 70 Todesfälle auf Seewespen zurückzuführen. Eine weitere gefährliche Quallenart ist die Portugiesische Galeere, die im tropischen Atlantik, in der Karibik sowie vermehrt auch im Mittelmeer vorkommt.

Ihr Gift löst Muskelkrämpfe aus und kann im schlimmsten Fall zu Herzversagen führen. Feuerquallen sind im Atlantik und Pazifik wie auch in der Nord- und Ostsee beheimatet und gehören in unseren Breiten zu den gefährlichsten Meerestieren. Eine Begegnung mit dieser Qualle hat jedoch zumeist nur unangenehmes Hautbrennen zur Folge.

Als Erstmaßnahme nach Quallen-Kontakt sind auf der Haut klebende Tentakel zu entfernen. Nicht entleerte Nesselkapseln können zuvor mit Essig inaktiviert werden. Bei Feuerquallen hat sich milder Rasierschaum bewährt, der nach dem Auftragen vorsichtig etwa mit einer Plastikkarte oder einer Spielzeugschaufel abgestrichen werden kann.

Auch das Aufbringen von Backpulver kann die Kapseln neutralisieren. Auf keinen Fall dürfen hingegen Süßwasser oder Alkohol angewendet werden.

Zur Prävention sollten in Gebieten, in denen giftige Quallen vorkommen, zum Schwimmen und Tauchen Schutzanzüge, sogenannte "stinger suits", getragen werden. Auch sollten Reisende auf entsprechende Warnhinweise vor Ort achten.

Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek sind am CRM Zentrum für Reisemedizin in Düsseldorf tätig.

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