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Vorteil für Kombinationstherapie bei COPD-Patienten erneut belegt

MÜNCHEN (cin). Die Sterberate bei vielen relevanten Krankheiten wie KHK oder Apoplexie ist gesunken - hat aber bei COPD stark zugenommen. Durch Medikation ist die Sterberate jedoch tendenziell verringert. Das belegt eine aktuelle Studie, in der Patienten Salmeterol plus Fluticason inhalierten.

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"Bei der TORCH*-Studie wurde erstmals die Auswirkung verschiedener Therapien auf die Sterberate von Patienten mit COPD untersucht", sagte Privatdozent Matthias John, Direktor der BARMER Ostseeklinik in Prerow. 6112 Patienten mit einer mittelschweren bis schweren COPD (FEV1 kleiner oder gleich 60 Prozent) aus 42 Ländern sind über drei Jahre behandelt worden (NEJM 356, 2007, 775). Sie erhielten entweder zweimal täglich eine Kombinationstherapie mit 50µg Salmeterol und 500µg Fluticason (in Deutschland Viani®forte Diskus®) oder eine Monotherapie mit 50µg Salmeterol oder 500µg Fluticason oder Placebo.

Ergebnis des primären Endpunktes: Im Laufe der Studie starben insgesamt 875 Patienten, davon 12,6 Prozent in der Gruppe mit Kombinationstherapie und 15,2 Prozent mit Placebo. Damit ist die relative Rate um 17,5 Prozent reduziert. Das war zwar nicht signifikant. "Wir schätzen das Ergebnis allerdings trotzdem als klinisch bedeutend ein", so der Pneumologe bei einem Expertengespräch in München.

John wies darauf hin, dass die Mehrheit der Patienten nicht unmittelbar an der COPD sterben. Häufig seien Komorbiditäten, besonders kardiovaskuläre Erkrankungen, die Ursache. Das spiegelt sich auch in der Aufschlüsselung der Todesursachen der Studie wider. So starben etwa 26 Prozent der Teilnehmer an kardiovaskulären Ursachen wie plötzlichem Herztod oder Apoplexie. Bei 35 Prozent der Teilnehmer führten respiratorische Gründe, etwa COPD oder Pneumonien, zum Tod und 21 Prozent starben an Krebs - vor allem Lungenkrebs.

Signifikante Studienergebnisse gab es bei der Auswertung der sekundären Endpunkte, sagte John bei der Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline. So lag etwa die jährliche Exazerbationsrate durch die Kombinationstherapie signifikant niedriger als mit Placebo (0,85 versus 1,13). Auch die ermittelte Lebensqualität wurde von Patienten mit der Kombination als signifikant besser empfunden als mit Placebo. Die Qualität des Lebens wurde etwa durch Fragen nach Symptomen, Aktivität und psychischer Beeinträchtigung ermittelt.

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