KHK / Herzinfarkt

Vorteile für Angioplastie

BARCELONA (ner). Beim akutem Koronarsyndrom ohne ST-Hebung im EKG sollte bevorzugt invasiv behandelt werden. Im Vergleich zur konservativen Therapie sei die möglichst frühe Angioplastie bei diesen Patienten mit einer verbesserten Prognose verbunden.

Veröffentlicht: 07.09.2006, 08:00 Uhr

Dies geht aus der skandinavischen FRISC-II-Studie hervor. Deren Daten hat Dr. Bo Lagerqvist aus Uppsala in Schweden beim Welt-Herz-Kongreß in Barcelona vorgestellt. 2457 Patienten mit Myokardinfarkt ohne ST-Hebung (NSTEMI) waren binnen 48 Stunden nach Auftreten erster Symptome mit perkutaner Koronar-Angioplastie (PCA) oder mit Medikamenten behandelt worden.

Zuvor hatten sie ASS und niedermolekulares Heparin erhalten. Nach fünf Jahren betrug die Revaskularisierungsrate in der konservativ behandelten Gruppe 52 Prozent, dagegen 80 Prozent in der PCA-Gruppe. Erneute Klinikaufenthalte waren bei 13 Prozent der Patienten in der PCA-Gruppe erforderlich, in der Kontrollgruppe bei 40 Prozent.

Auch die Rate kardiovaskulärer Ereignisse (Re-Infarkt, Tod) lag mit invasiver Therapie signifikant niedriger: 20 versus 24,5 Prozent. Dagegen unterschieden sich die Sterberaten in beiden Gruppen mit jeweils zehn Prozent nicht voneinander.

Vor allem Patienten mit moderatem bis hohem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse profitierten von der frühen PCA, sagte Lagerqvist. Dazu zählen Männer über 65 Jahre, Diabetiker, Patienten mit vorangegangenem Myokardinfarkt, mit ST-Senkung im EKG und mit erhöhten Troponin-Werten beim ersten Ereignis.

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