Umweltmedizin

WWF warnt vor Quecksilber in der Ostsee

STRALSUND (dpa). Nach dem Fund von 30 Fässern mit hochgiftigem Quecksilber vor der Ostseeküste Schwedens hat die Umweltorganisation WWF die schnellstmögliche Bergung gefordert. Die Fässer seien "tickende Zeitbomben", sagte der Chef des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp, gestern in Stralsund.

Veröffentlicht: 23.08.2006, 08:00 Uhr

Ganze Fischpopulationen könnten vergiftet werden, so Lamp. Gelange die Substanz in die Nahrungskette, sei auch der Mensch gefährdet. Die Fässer sind Abfallprodukte aus der Papierindustrie, die diese in den 50er und 60er Jahren völlig legal als Abfall in der Ostsee versenkt hat.

Der WWF forderte die schwedischen Behörden auf, die gefährlichen Substanzen fachgerecht zu entsorgen. Insgesamt rosten nach Angaben der Umweltorganisation 21 000 Fässer mit Quecksilber in der schwedischen Ostsee vor Sundsvall. "Sie enthalten, vermischt mit Beton, 9000 Kilogramm reines Quecksilber", sagte Lamp.

Trete das Quecksilber aus, wandele es sich im Meer durch Bakterien in Methylquecksilber. Diese Verbindung sei 20 Mal gefährlicher als Quecksilber und stelle die größte Gefahr von allen Verbindungen dieses Schwermetalls dar.

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