Buchtipp

Welche Arznei bei welchen Schmerzen?

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NEU-ISENBURG. Die unterschiedlichen Auslöser von Schmerzen erfordern unterschiedliche analgetisch bzw. koanalgetisch wirksamen Substanzen zur Therapie. Das "Medikamenten-Pocket Schmerztherapie" gibt Tipps.

Akute Schmerzen etwa können durch Inhibition der Entstehung von Schmerzmediatoren, durch direkte Inhibition nozizeptiver Schmerzfasern, z. B. Hemmung von Natriumkanälen, Inhibition der Schmerzweiterleitung und deren ganglionären Verschaltung sowie durch zentrale Dämpfung durch Stimulation von Opioidrezeptoren bekämpft werden.

Die letzteren pharmakotherapeutischen Angriffspunkte erwiesen sich vor allem bei schweren akuten, aber auch bei chronischen Schmerzen als geeignet. Neuropathische Schmerzen sprechen besonders auf Pharmaka an, die die Neurotransmitter deszendierender inhibitorischer Neurone verstärken bzw. die synaptische Aktivierung aszendierender Neurone hemmen.

Hier zeigten trizyklische Antidepressiva und Antikonvulsiva ihren Stellenwert, ohne einen Nutzen für den akuten Schmerz zu besitzen. Vaskuläre Schmerzen, wie z.B. Migräne, erfordern dagegen auch den Einsatz von Gefäßtonus-modulierenden Arzneistoffen, während bei chronischen schmerzhaften Erkrankungen wie rheumatischen Arthritiden die antiinflammatorische Behandlung im Vordergrund steht. (eb)

Ingolf Cascorbi, Jürgen Sorge, Michael Strumpf: Medikamenten-Pocket Schmerztherapie; Springer Verlag 2013; Softcover: ISBN 978-3-642-39952-7; 14,99 Euro; eBook: ISBN 978-3-642-39953-4; 9,99 Euro

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