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Weniger Otitis media durch neue Pneumokokken-Vakzine

Der 10-valente Impfstoff deckt drei zusätzliche Serotypen ab. Das erhöht bei Kleinkindern den Schutz gegen invasive Infektionen und gegen Mittelohrentzündungen.

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Babys brauchen einen umfassenden Impfschutz. Dazu gehört auch die Impfung gegen Pneumokokken.

Babys brauchen einen umfassenden Impfschutz. Dazu gehört auch die Impfung gegen Pneumokokken.

© Foto: GSK

Ein neuer konjugierter Pneumokokken-Impfstoff für Kleinkinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr schützt vor invasiven Infektionen wie Meningitis und Sepsis sowie vor Pneumokokken-bedingter Otitis media. Der 10-valente Impfstoff verbreitert dabei den Schutz: Im Vergleich zur herkömmlichen 7-valenten Vakzine deckt der Impfstoff drei weitere in Europa häufige Serotypen ab.

Das Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) ist somit Vorreiter bei einer neuen Generation von Pneumokokken-Impfstoffen: Der neue Impfstoff (Synflorix®) enthält die zusätzlichen Serotypen 1, 5 und 7F, wie Dr. Rolf Ebert, niedergelassener Kinder- und Jugendarzt in Tauberbischofsheim, auf einer Fortbildungsveranstaltung von GSK berichtet hat.

Besonders schwere Verläufe durch die drei Serotypen

Diese drei Serotypen seien mit besonders schweren Verläufen von invasiven Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) bei Kindern unter fünf Jahren assoziiert. Die Kombination der zehn Serotypen wird künftig mehr als 90 Prozent der relevanten Pneumokokken-Serotypen in Europa abdecken, erwarten Experten.

Zusätzlich erhoffe man sich von dem innovativen dualen Ansatz der Vakzine doppelten Schutz, so Ebert. So sind die Pneumokokokken-Antigene des Impfstoffs an ein rekombinantes Membran-Protein (Protein D) von H. influenzae gebunden. Die Vakzine könnte daher außer gegen die wichtigsten Pneumokokken-Serotypen auch gegen nichttypisierbare Stämme von Haemophilus influenzae (NTHi) schützen. Diese zirka 50 bis 80 unbekapselten Stämme von H. influenzae gehören zu den Hauptverursachern von Otitis media bei Kleinkindern.

Protein-D-Technologie ist bisher einzigartig

"Die Hib-Impfung schützt dagegen überhaupt nicht", sagte Ebert und präsentierte eine Studie, in der ein 11-valenter Vorläuferimpfstoff (ebenfalls mit Protein-D-Technologie) geprüft worden war. Mit diesem Vorläuferimpfstoff der neuen Vakzine wurde in der Studie mit knapp 5000 Säuglingen binnen zwei Jahren etwa jede dritte Otitis media vermieden (Lancet 367, 2006, 740).

Die Protein-D-Technologie bietet zudem einen weiteren Vorteil: Da das Trägerprotein bislang noch von keinem anderen Impfstoff verwendet wird, sind Interferenzen mit anderen Vakzinen nicht zu erwarten. Dies bestätigten auch die Zulassungsstudien zu der neuen Vakzine: Eine gleichzeitige Impfung ist mit jedem der gängigen Kinderimpfstoffe gemäß den Impfempfehlungen der STIKO möglich. (fvw)

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