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Weniger Riesenbabys durch gute Beratung und Glukosetoleranz-Test

WIESBADEN (hbr). Frauen mit erhöhten Glukosewerten in der Schwangerschaft brauchen eine intensive diabetologische Betreuung, wenn sie übergewichtig sind und einer der Werte im oralen Glukosetoleranz-Test über 150 mg/dl liegt.

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Darauf weisen erste Ergebnisse einer Studie hin, die Dr. Margit Oremek aus Hanau beim Internationalen Donau-Symposium in Wiesbaden vorgestellt hat. Ausgewertet worden sind die Daten von 92 schwangeren Frauen, die im oralen Glukosetoleranz-Test (OGTT) einen Gestationsdiabetes oder eine eingeschränkte Glukosetoleranz hatten.

Bei einem 75-Gramm-OGTT in der Schwangerschaft sollten die Blutzuckerwerte nüchtern unter 90 mg/dl liegen, nach einer Stunde unter 180 und nach zwei Stunden unter 155 mg/dl. Ein Gestationsdiabetes liegt nach Angaben der Deutschen Diabetes-Gesellschaft vor, wenn zwei Werte zu hoch sind. Ein einzelner erhöhter Wert gilt als eingeschränkte Glukosetoleranz (IGT). Frauen werden dann im Interesse des Kindes so behandelt, als ob sie Schwangerschaftsdiabetes hätten.

Die Frauen erhielten ausgiebige Ernährungschulungen und lernten, ihren Blutzucker selbst zu messen, um die Zielwerte - nüchtern unter 90 und zwei Stunden postprandial unter 120 mg/dl - einzuhalten. Das schaffte die eine Hälfte der Patientinnen allein mit Diät, die anderen brauchten im Lauf der Schwangerschaft Insulin. Dabei kamen Frauen, deren Glukosewerte im OGTT unter 150 mg/dl blieben, ohne Injektionen aus. Dagegen brauchten Frauen mit Ein- oder Zwei-Stunden-Werten über 150 mg/dl häufiger Insulin, so Oremek.

Auch der Body Mass Index (BMI) scheint Hinweise auf die Entwicklung zur Insulinbedürftigkeit zu geben: Bei einem BMI über 27 kg/m² wurde häufiger eine Insulintherapie nötig als bei einem normalen BMI von 24 kg/m² - die schlanken Mütter kamen meist mit Diät allein gut aus. Ein zweiter OGTT im ersten Halbjahr nach der Geburt zeigte zudem: Wer Insulin gebraucht hatte, behielt nach der Schwangerschaft oft eine gestörte Glukosetoleranz zurück.

Schwangeren sollte der Test also angeboten werden, sagte Oremek. Auch, um solche mit IGT zu erkennen: "Frauen mit einem BMI über 27 kg/m² und einem OGTT-Wert über 150 mg/dl brauchen intensive Betreuung. Das kann auch die Makrosomierate der Kinder niedrig halten." Diese Rate betrug unter den insgesamt 98 Entbindungen nur vier Prozent.

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