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Wenn Sodbrennen den Mittagsschlaf verdirbt

Patienten mit gastroösophagealem Reflux, die nachts Beschwerden haben, haben diese auch während des Mittagsschlafs - oft ist der Reflux dann sogar noch stärker. Ursache für dieses Phänomen könnte die postprandiale Säuretasche sein.

Katharina GrzegorekVon Katharina Grzegorek Veröffentlicht:
Manche Patienten lässt ein gastroösophagealer Reflux weder nachts noch mittags schlafen.

Manche Patienten lässt ein gastroösophagealer Reflux weder nachts noch mittags schlafen.

© jupiterimages

NEU-ISENBURG. Gastroösophagealer Reflux hält einige Patienten vom erholsamen Nachtschlaf an, sodass sie sich auch mittags aufs Ohr legen müssen. Forscher des University of Arizona Health Sciences Center haben untersucht, wie ausgeprägt der Reflux beim Mittagsschlaf im Vergleich zur Nachtruhe ist (Clin Gastroenterol Hepatol. 2015 Jan;13: 94-9).

Bei 15 Patienten, die seit drei Monaten mindestens dreimal pro Woche nächtliches Sodbrennen beklagten und regelmäßig einen Mittagsschlaf abhalten, wurde im Rahmen der Studie neben einer Symptomerhebung auch eine 24h-pH-Metrie und Aktigrafie durchgeführt, berichtet Professor Ahmend Madisch, vom Klinikum Region Hannover, der die Studie auf www.springermedizin.de vorstellt.

Mehr Refluxereignisse

Die Schlafzeit der Patienten betrug im Mittel nachts 446,0 ± 100,7 Minuten und mittags 61,9 ± 51,8 Minuten. Die mittlere Anzahl von Refluxereignissen pro Stunde war während des Mittagsschlafes signifikant größer als nachts (40,1 ± 69,9/Stunde versus 3,5 ± 4,2/ Stunde), so Ahmed. Dieses galt auch für die Dauer der einzelnen Refluxereignisse (1,9 ± 2,8 Minuten versus 1,5 ± 2,7 Minuten) und für die registrierte Refluxbeschwerdesymptomatik (8,08 versus 0,45 Prozent). Der Zeitanteil mit einem ph-Wert < 4 war mittags signifikant höher als nachts (36,2 Prozent ± 38,8 Prozent versus 8,9 ± 11,6 Prozent).

Die Studienautoren schlussfolgerten, dass Patienten mit gastroösophagealer Refluxkrankheit und nächtlichen Symptomen auch beim Mittagsschlaf einen verstärkten Reflux aufweisen. "Diese Erkenntnis ist zu berücksichtigen, wenn Patienten trotz einer PPI-Therapie weiter Refluxbeschwerden beklagen", so Madisch in seinem Kommentar zur Studie.

Alginate können Abhilfe schaffen

Eine mögliche Ursache dieses Phänomens sei die bereits bekannte sogenannte postprandiale Säuretasche. Dabei handele es sich um eine Zone in der Cardia, die (auch trotz der Einnahme eines PPI) vom Puffereffekt einer Mahlzeit kaum erreicht werde, stark sauer bleibe und 50 bis 70 ml Magensaft enthalte. Es sei daher wahrscheinlich, dass die postprandiale Säuretasche beim Mittagsschlaf zu einem noch stärkeren Reflux führt, vermutet der Gastroenterologe. Die Einnahme von Alginaten, die sich bei dem Phänomen der postprandialen Säuretasche als Therapieoption bewährt haben, könnten in dieser Situation Abhilfe schaffen, um nicht auf den Mittagsschlaf verzichten zu müssen, rät Madisch.

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