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Leitartikel zu Adipositas

Weshalb uns dicke Kinder teuer zu stehen kommen

Etwa 20 Prozent der Gesundheitskosten in den USA werden durch Adipositas und die Folgen verursacht. Dort scheint man inzwischen zu erkennen: Erfolgreiche Prävention könnte jährlich Milliarden sparen - nur müsste sie früh genug beginnen.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
In den USA leiden bereits sechs Millionen Kinder und Jugendliche an Adipositas.

In den USA leiden bereits sechs Millionen Kinder und Jugendliche an Adipositas.

© Peer Körner / dpa

Es sind schwindelerregende Zahlen, wie man sie sonst nur von der Finanzkrise kennt: Adipositas verursacht in den USA pro Jahr direkte Kosten in Höhe von 210 Milliarden Dollar - das ist ein Fünftel der Ausgaben im Gesundheitswesen.

Nimmt man indirekte Kosten dazu, also erhöhte Fehlzeiten am Arbeitsplatz und Minderleistung, dann summieren sich die Kosten sogar auf 450 Milliarden Dollar - das sind knapp 350 Milliarden Euro oder 1100 Euro pro Jahr und Kopf.

Nachzulesen sind diese Zahlen in einer aktuellen Analyse des US-Ökonomen Alex Brill für die "Campaign to End Obesity". Brill geht in seinen Berechnungen davon aus, dass sich die Kosten infolge der Adipositas-Epidemie in den nächsten 15 Jahren nochmals um ein Viertel erhöhen werden - wenn, ja, wenn sich nicht endlich etwas ändert.

Deutschland kann da bislang zum Glück noch nicht ganz mithalten. Nimmt man eine Studie aus dem Jahr 2008, dann kosten uns die Dicken pro Jahr "nur" 13 Milliarden Euro. Pro Kopf sind das 160 Euro oder ein Siebtel des US-Wertes (Adipositas 2008; 2: 204).

Bis zum Jahr 2020 dürfte sich dieser Wert nach Prognosen aber auf knapp 26 Milliarden oder 320 Euro pro Kopf und Jahr verdoppeln.

Erklären lässt sich der drastische Unterschied zwischen Deutschland und den USA vermutlich nicht alleine mit dem höheren Anteil der Adipösen jenseits des Atlantiks, sondern auch mit unterschiedlichen Berechnungsmethoden ...

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