Wesiack: Spezialärzte jetzt - oder nie

BERLIN (af). Die Zweifel wachsen, ob die umstrittene spezialärztliche Versorgung in der endgültigen Fassung des Versorgungsstrukturgesetzes stehen wird. "Ich glaube nicht, dass der neue Sektor kommt", sagte Walter Plassmann, der stellvertretende Vorsitzende der KV Hamburg, beim 4. Deutschen Internistentag in Berlin.

Veröffentlicht:

Seiner Kenntnis nach sei "die Lust der Regierung und des Bundestages geschrumpft", den neuen Versorgungssektor einzuführen.

Hintergrund ist die offen formulierte Abneigung der Länder, die Neuregelung des Paragrafen 116 b des SGB V in der jetzigen Fassung zu schlucken. Die Länder fürchten einen ungesteuerten dritten Sektor, in dem Geld zu Lasten der ärztlichen Grundversorgung versickert.

"Eigenständiges Gesetz kommt nicht"

Die Länderkammer hat daher am Freitag dafür votiert, den Passus komplett aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

Stattdessen soll ein eigenes Gesetz die spezialärztliche Versorgung regeln. "Ein eigenständiges Gesetz kommt nicht", sagte dazu Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten.

Wenn die im Prinzip richtige spezialärztliche Versorgungsebene aus dem aktuellen Gesetzgebungsverfahren ausgegliedert werde, sei sie so gut wie begraben.

Der geplante neue Sektor löst Versorgungsprobleme nicht

Die Länder hätten erkannt, dass der alte Paragraf 116 b für sie besser sei, ergänzte Wesiacks Stellvertreter Dr. Hans-Friedrich Spies. Und der sei "das Schlechteste, was gesetzlich je gemacht worden ist", wetterte Spies.

Versorgungsprobleme löse der geplante neue Sektor nicht. Dafür müssten eher die großen Volkskrankheiten angegangen werden, hieß es bei einer Veranstaltung des Internistentages.

So wie er im Gesetz angelegt sei, drohe der Versorgungsbereich für schwere Krankheiten in der Beliebigkeit zu enden. Wann Behandlungen in den neuen Sektor rutschten, sei Interpretationssache der teilnehmenden Kollegen.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Metabolomics

Asthma: Künftig Bluttest zur Vorhersage von Exazerbationen?

Gastbeitrag

Schlechte Umweltverträglichkeit von künstlichen Süßstoffen

Gegen den Organmangel

Transplantationsgesetz: Das ändert die Nieren-Überkreuzspende

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Metabolomics

Asthma: Künftig Bluttest zur Vorhersage von Exazerbationen?

Ein kleiner Stups

Mit Nudging-Interventionen die Grippe-Impfrate steigern

Lesetipps
Arzt-Patient-Kontakt

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Depression, Angst, Schmerzen

Was zeichnet „schwierige“ Patientinnen und Patienten aus?

Für Flächen- und Handdesinfektion sollten nur Mittel eingesetzt werden, die beim Verbund für angewandte Hygiene e.V. (VAH) gelistet sind.

© www.freund-foto.de / stockadobe.com (mit KI generiert)

Team- und Patientenschutz

Hygieneplan für die Praxis – was zählt!

Frauen mit Hanteln beim Training

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können