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Erythropoietin

Wie Epo im Gehirn wirkt

Der Wachstumsfaktor Erythropoietin schützt und regeneriert Nervenzellen im Gehirn. Forscher für experimentelle Medizin wollen nun herausgefunden haben, wie das Hormon wirkt.

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Erythropoietin fördert der Studien zufolge die Aktivität der Nervenzellen.

Erythropoietin fördert der Studien zufolge die Aktivität der Nervenzellen.

© Rasi Bhadramani / Getty Images / iStock

Göttingen. Warum Erythropoietin (Epo) im Gehirn eine Leistungssteigerung bewirkt, haben jetzt Wissenschaftler herausgefunden (Nat Commun. 2020; online 6. März). Der Wachstumsfaktor Erythropoietin wird ja wegen seiner Hämatopoese-fördernden Wirkung bekanntlich bei Anämien eingesetzt, schützt und regeneriert aber auch Nervenzellen im Gehirn.

Forscher der Max-Planck-Gesellschaft für experimentelle Medizin aus Göttingen zufolge wirkt Epo im ZNS so: Beim Erlernen komplexer motorischer Aufgaben steigt der Sauerstoffbedarf in den Nervenzellen. Durch die dabei entstehende relative Hypoxie wird vermehrt Epo ausgeschüttet.

Nach Epo leistungsfähiger

„Epo steigert anschließend die Aktivität dieser Nervenzellen, bewirkt die Bildung neuer Nervenzellen aus benachbarten Vorläuferzellen, und erhöht deren komplexe Vernetzung, um auf diese Weise zu der bei Mensch und Maus messbaren Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit zu führen“, wird Professor Hannelore Ehrenreich in der Mitteilung des Max-Planck-Institut anlässlich der Veröffentlichung der Studie zitiert.

„Die Gabe von Epo verbessert die Regeneration nach einer Apoplexie und verringert so die Schäden im Gehirn“, wird Ehrenreich in der Mitteilung des Max-Planck-Instituts zitiert.

Auch seien Patienten mit Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit wie Schizophrenie, Depression, Bipolarer Erkrankung oder Multipler Sklerose Ehrenreich zufolge nach der Behandlung mit Epo deutlich leistungsfähiger.

20 Prozent mehr Nervenzellen im Hippocampus

Das Team um Ehrenreich hat in Tierversuchen an Mäusen untersucht, welcher körpereigene Mechanismus der höheren Leistungsfähigkeit des Gehirns nach der Gabe von Epo zugrunde liegt. Die Forscher ließen die Mäuse auf Laufrädern trainieren, deren Speichen in unregelmäßigen Abständen angeordnet waren.

Ergebnis der Untersuchung: Mäuse lernen nach einer Epo-Behandlung die für die Laufräder erforderlichen Bewegungen schneller. Erwachsene Mäuse bilden nach der Gabe des Wachstumsfaktors 20 Prozent mehr Nervenzellen in der Pyramidenschicht des Hippocampus, einer für Lernen und Gedächtnis entscheidenden Hirnregion. (eb)

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