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Pankreas-Ca

Wie gefährlich ist die Biopsie?

Verschiedene Untersuchungen lieferten Hinweise darauf, dass durch eine Feinnadelbiopsie bei Patienten mit Pankreas-Ca Krebszellen verschleppt werden und damit zu Metastasen führen könnten. Eine neue Studie kommt nun zu gänzlich anderen Ergebnissen.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Pankreaskarzinom im CT: Pankreas-Kopf und -Hals sind vergrößert, Vena portae und Vena mesenterica superior dadurch verengt.

Pankreaskarzinom im CT: Pankreas-Kopf und -Hals sind vergrößert, Vena portae und Vena mesenterica superior dadurch verengt.

© Siemens press picture

JACKSONVILLE. In den vergangenen Jahren gab es Hinweise aus Kasuistiken, dass durch Feinnadelaspirationsbiopsien bei Patienten mit Pankreaskarzinom Krebszellen verschleppt werden und es zu Metastasen etwa in der Magenwand kommt.

In der Folge hatten kleinere Studien jedoch ergeben, dass die Anwendung dieser endoskopischen ultraschallgeführten Diagnostik zur Untersuchung verdächtiger Pankreasläsionen nicht mit einer erhöhten Rate an Magen- oder Peritonealkarzinomen assoziiert war.

Die Studien sind jedoch wegen geringer Teilnehmerzahl nicht aussagekräftig genug, wie Gastroenterologen um Dr. Saowanee Ngamruengphong von der Mayo-Klinik in Jacksonville im US-Staat Florida berichten (Gut 2015; online 9. Januar).

Ihre Hypothese: Wenn bei Feinnadelbiopsien Krebszellen verschleppt werden sollten, müsste die Überlebensrate nach einer kompletten Resektion verringert sein.

Um das zu prüfen, werteten die Ärzte Daten von Medicare-Versicherten in den USA aus, bei denen ein lokoregionär begrenztes Pankreaskarzinom diagnostiziert worden war.

Befunde von 2034 Patienten

Für die Studie ließen sich die bis zum Jahr 2010 verfügbaren Befunde von 2034 Patienten im Alter von höchsten 65 Jahren auswerten, von denen mit einem Anteil von 90 Prozent die meisten ein Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse hatten.

Bei 498 Patienten - also etwa bei jedem Vierten - war eine präoperative Feinnadelbiospie vorgenommen worden, bei 1536 Patienten nicht. Im Mittel lag die Nachbeobachtungszeit bei 21 Monaten, maximal bei 140 Monaten.

Nur 2,2 Prozent der biopsierten Patienten entwickelten als Folge des Eingriffs eine Pankreatitis.

In der Gruppe der Patienten mit Biopsie starben im Follow-up-Zeitraum 285 Patienten (57 Prozent), in der Gruppe ohne Biopsie 1167 Patienten (76 Prozent).

An den Folgen des Pankreaskarzinoms starben in dem Zeitraum 251 Patienten (50 Prozent) der Biopsiegruppe und 980 Patienten (65 Prozent) in der Vergleichsgruppe.

Beim Parameter "krebsspezifisches Überleben" gab es bei der statistischen multivariaten Auswertung keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen, wenn mehrere Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Tumorhistologie sowie Bestrahlung und Chemotherapie berücksichtigt wurden.

Dagegen errechneten die Ärzte beim Parameter "Gesamtüberleben" einen Trend zu einer besseren Überlebensrate in der Gruppe, bei denen vor der Operation eine Feinnadelbiopsie vorgenommen wurde (Hazard Ratio, HR: 0,84). Das spiegelt sich darin wider, dass Patienten der Biopsiegruppe noch 22 Monate lebten, in der Vergleichsgruppe mit Biopsie dagegen nur noch 15 Monate.

Da es keine randomisierten kontrollierten Studien zur Sicherheit der Feinnadelaspirationsbiopsie bei Pankreaskarzinompatienten gibt und voraussichtlich auch nicht geben wird, sind Ergebnisse aus großen bevölkerungsgestützten Kohortenstudien das Beste, was zur Klärung zur Verfügung steht, wie die US-Ärzte betonen.

Ihre Studie versichere Ärzten, dass dieses diagnostische Vorgehen zur Beurteilung verdächtiger pankreatischer Läsionen ein sicheres Verfahren ist.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Der letzte Beweis fehlt noch

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